Startseite » Europa, Headline

Normandie – Rundreise individuell

21. Dezember 2019 292 Leser 0 Kommentare

Wir starten unsere Normandie-Rundfahrt in Dieppe bei strahlendem Sonnenschein.Unser Hotel The Original de la Plage liegt direkt an der Strandpromenade. Dieppe liegt an der Mündung der Arques, eingebettet zwischen steilen Kreidefelsen. Westlich der Promenade liegt das Chateau, eine Festung aus dem 15. Jahrhundert und östlich befindet sich der Hafen, in dem Kreuzfahrt- und Fährschiffe anlegen. Wir laufen den steinigen Strand entlang zur mächtigen Seebrücke. Der Wind bläst uns um die Ohren und wir kehren ein im Bistro Le Tout Va Bien. Ich wähle Moules Frites und die Muscheln schmecken hier am Meer einfach klasse.

Fischerdorf Le Pollet

Der nächste Tag ist wieder sonnig und wir laufen durch das alte Fischerviertel Le Pollet zur Kapelle Notre Dame de Bonsecours und genießen den Ausblick über Dieppe.

Orte am Meer

Am Nachmittag fahren wir nach Varengeville-sur-Mer zum Parc du Bois des Moutiers, einem 12 Hektar großen Park mit riesigen Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Ahorn und seltenen Bäumen. Leider sind viele Pflanzen schon abgeblüht, aber es ist auch so sehr schön. Auf der Rückfahrt legen wir einen Stopp im Küstenort Pourville-sur-Mer ein. Den Blick über die Bucht haben viele Impressionisten in ihren Bildern festgehalten, z. B. Claude Monet.

Am nächsten Tag besuchen wir in Varangeville-sur-Mer das Grab von Georges Braque auf einem Dorffriedhof hoch über dem Meer. In der Kirche bewundern wir ein von ihm gestaltetes Glasfenster. Leider ist das Wetter umgeschlagen, es regnet.

Angekommen am Manoir d‘Ango, einem Sommerpalast aus dem 16. Jhdt. begeistert mich die außergewöhnliche italienische Renaissance-Architektur, der Taubenschlag, der als der schönste Frankreichs gilt und die Vielfalt der Muster der Mauern.

In Fecamp legen wir eine Mittagspause ein und essen bei „Chez Nounoute“ leckere Muscheln mit Roquefort und trinken Cidre.

Steile Felsklippen bei Etretat – Wie gemalt, oft verewigt

Natürlich müssen wir in Etretat halten, denn hier sind die von vielen Impressionisten verewigten steilen Felsklippen mit ihren außergewöhnlichen Felsformationen, die den Ort auf beiden Seiten umrahmen. Leider regnet es wieder ziemlich stark und wir gönnen uns nur einen kurzen Blick auf diese schöne Landschaft.

In Yport beziehen wir unser Quartier im Hotel Normandie. Yport ist ein nettes kleines Fischerdorf, heute mehr Badeort, ebenfalls von der Steilküste eingerahmt. Es ist Ebbe, die Sonne wieder hervorgekommen und wir klettern über Steine am Meer entlang.

Museumsbesuch in Le Havre

Es regnet. Auf unser Weiterfahrt machen wir Station in Le Havre und besuchen das Musee d‘Art Moderne Andre Malraux. Hier gibt es zur Zeit eine Sonderausstellung über Raoul Dufy, der in Le Havre gewohnt hat und es gibt viele Bilder von Andre Breton. Durch das immense Hafengelände fahren wir zur Pont de Normandie, eine Schrägseilbrücke, die mit 856 m die größte Spannweite in Europa besitzt. Sie überquert die Seinemündung und verbindet Le Havre mit Honfleur.

In Trouville-sur-Mer beziehen wir für eine Woche unser nächstes Quartier, eine Wohnung in einem kleinen ehemaligen Fischerhaus in der Altstadt, nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Die Sonne kommt wieder hervor und wir machen einen Spaziergang durch den Ort, laufen zum noch immer von Fischern genutzten Hafen und promenieren über die Planches, eine aus hölzernen Latten zusammengefügte Strandpromenade. Der Strand ist hier feinsandig und recht breit. Am Ende der Promenade gibt es eine große Spielbank. Am nächsten Morgen besuchen wir als erstes den Fischmarkt am Hafen. Der Anblick erfreut jeden, der frischen Fisch und jede Art von Schalentieren liebt.

Frische Meeresfrüchte auf dem Markt

Eine Brücke bringt uns über das Flüsschen Touques in das mondäne Deauville. Ein Jachthafen und eine Pferderennbahn sowie viele exklusive Villen, Hotels und Edelboutiquen ziehen ein betuchtes Publikum an. Im September trifft sich die Prominenz zum Amerikanischen Filmfestival. Die nostalgischen Umkleidekabinen am Strand tragen die Namen der Stars, die in den gezeigten Filmen zu sehen waren. Die Spielbank ist hier noch größer als in Trouville. Lustig sehen die vielen bunten Sonnenschirme an dem weitläufigen Strand aus. Leider sind sie geschlossen, denn es gibt keine Sonne.

Größte Holzkirche Frankreichs

Heute vormittag waren wir in Honfleur. Mit seinen alten Fachwerkbauten, dem Hafenbecken und der größten Holzkirche Frankreichs aus dem 15. Jahrhundert zog es schon im 19. Jahrhundert Maler und Schriftsteller an. Heute wird es von Touristen überflutet. Es ist uns zu voll und wir flüchten nach der Besichtigung ins Landesinnere nach Pont-l’Eveque, bekannt für seinen gleichnamigen Käse. Es ist ein netter Ort mit vielen alten Fachwerkbauten. Bei Calvados Experience informieren wir uns bei einer Multimediashow über die Herstellung von Calvados. Auf der Route de Cidre kommen wir an vielen Apfelplantagen und Kuhweiden vorbei und kaufen bei den Cidreherstellern einige Flaschen Cidre. Wir bewundern die schönen alten Fachwerkhäuser in Beaumont-en-Auge und Beuvron-en-Auge.

Alte Fachwerkbauten

In der Nähe von Cambremer besuchen wir Les Jardins du Pays d‘Auge, eine wunderschöne ländliche Gartenanlage.

In der gut erhaltenen Altstadt von Bayeux besuchen wir die fast 1000 Jahre alte Cathédrale Notre Dame. Die normannische Kirche beeindruckt schon alleine durch ihre Größe. Aber der eigentliche Höhepunkt in Bayeux ist für mich in der Tapisserie de la Reine Mathilde der Teppich von Bayeux, der zum Weltkulturerbe zählt. Der 70 m lange und 50 Zentimeter hohe Wandteppich erzählt die Vorgeschichte und Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer in 58 Episoden.

Weltkulturerbe – Teppich von Bayeux

Wir fahren mit dem Bus nach Le Havre. Die Stadt wurde nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut und von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Wir laufen vom Bahnhof zum Rathaus, kommen zum Kulturzentrum Espace Oscar Niemeyer und gehen am Bassin du Commerce entlang zu den Docks Vaubon, in denen sich heute ein Einkaufs-, Freizeit- und Kulturzentrum befindet.

In Lisieux stehen wir vor einem der größten Sakralbauten des 20. Jahrhunderts. Zu Ehren der heiligen Therese wurde auf einem Hügel eine Basilika im neobyzantinischen Stil errichtet, die zum zweitbedeutendsten Wallfahrtsort Frankreichs wurde. Nur Lourdes hat mehr Besucher. 1925 ist die Therese heilig gesprochen worden, kurz darauf wurde mit Spenden aus aller Welt mit dem Bau der Basilika begonnen und 1954 beendet.

Basilika von Lisieux

Nach so viel Größe gefällt uns das Chateau de Saint-Germain-de-Livet, ein pittoreskes kleines Wasserschloss, besonders gut.

Wir verlassen Trouville und machen Station in Caen. In der Burganlage Chateau Ducal besuchen wir das Musée des Beaux-Arts. Bei einem Rundgang durch das Zentrum besichtigen wir mehrere Kirchen. Aber dann wollen wir weiter in unser neues Quartier in Granville.

Wir sind begeistert von unserer neuen Unterkunft. Es ist eine sehr schön möblierte Wohnung direkt über dem Meer mit einem 180° Blick über die Bucht, den Hafen und auf die Altstadt mit dem Point du Roc.

Von unserer schönen Wohnung aus beobachten wir die Segelboote vor unserem Fenster, spazieren bei Ebbe am Strand entlang und sehen uns die Stadt an. Es ist warm und die Sonne scheint. Am Hafen besorgen wir uns ein Dutzend Austern und Garnelen., die wir auf unserem Balkon verspeisen.

Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Normandie

Auf dem Weg zum Mont St. Michel legen wir einen Zwischenstopp in Avranches ein. Es ist eine nette Kleinstadt mit einer mittelalterlichen Burg. Schade, es fängt an zu regnen und wir verzichten auf den Besuch des Botanischen Gartens. Schon von weitem sehen wir die eindrucksvolle Silhouette des Klosterbergs Mont St. Michel. Auf einem weit vorgelagerten Parkplatz stellen wir unser Auto ab und werden mit einem Shuttlebus über die Brücke zum Berg gefahren. Es ist Ebbe und viele Spaziergänger laufen durch das Watt. Leider ist es hier, wie bei allen schönen Plätzen, zu viele Menschen wollen an der Schönheit teilhaben. So schieben wir uns mit Menschen aller Nationalitäten durch die engen Gassen zur Kirche. Auf den Besuch verzichten wir, es ist uns einfach zu voll.

Mont St. Michel

Unser letzter Tag am Meer ist angebrochen. Die Sonne scheint und wir fahren an der Westküste des Cotentin bis Blainville-sur-Mer. Es ist Ebbe und da hier der Tidehub bis zu 14 m beträgt und das Meer bis zu 6 km zurück geht, ist vom Meer nichts zu sehen. Barfuss laufen wir den endlosen Strand entlang und wundern uns, dass plötzlich etliche Traktoren ins Watt fahren. Des Rätsels Lösung: Hier gibt es einen Parc à huîtres, eine Austernfarm. Nach einem wunderbaren Tag packen wir unsere Koffer.
Morgen geht es ins Landesinnere.

In Saint-Pierre-sur-Dives gibt es die älteste Markthalle der Normandie, ein hölzernes Gebäude aus dem 11. Jahrhundert. Sie ist 85 Meter lang und 21 Meter breit. Wirklich eindrucksvoll. Leider ist sie nicht wirklich mit Leben gefüllt. Ein paar Öko-Bauern bieten ihre Produkte an, das eigentliche Marktgeschehen findet neben der Halle statt. Hier gibt es auch lebende Tiere zu kaufen.

Durch eine liebliche Landschaft mit vielen Kühen, Wiesen, Hügeln und hin und wieder ein bisschen Wald geht es bis Le Bec-Hellouin, im Reiseführer als eines der schönsten Dörfer der Normandie bezeichnet. Der Ort mit seinem Benediktinerkloster strahlt viel Ruhe aus. Auch dieser Ort ist wie so viele in Frankreich mit vielen bunten Blumenbeeten, die alle einen sehr gepflegten Eindruck vermitteln, versehen. Das verleiht den Orten eine sehr schöne Atmosphäre.

Camembert – Weltberühmter Käse

In Vimoutiers informieren wir uns im Musée du Camembert über die Herstellung des weltberühmten Käse. Auf dem Weg zu unserem heutiges Ziel fahren wir durch den Ort Camembert und kommen nach Le Prieure St. Michel in Crouette-Vimoutiers, die Abtei eines ehemaligen Benediktinerklosters. Die riesige Zehntenscheune, die Kapelle und die Mauern, in denen der heutige Besitzer ein paar Zimmer vermietet, stammen aus dem 13. Jahrhundert. Leider haben die Blumen in der schönen Gartenanlage unter der Trockenheit der letzten Zeit gelitten. Die schöne Anlage und unser komfortables Zimmer könnten wir gerne noch länger genießen, aber wir müssen weiter nach Rouen.

Unsere nette Unterkunft ist direkt neben der Église Saint Patrice nahe der Altstadt. Hier begeistern die vielen Fachwerkhäuser und natürlich vor allem die Cathédrale Notre Dame. Oben auf dem Stadtturm Beffroi neben der Gros Horloge, der reich verzierten Stadtuhr, haben wir eine gute Aussicht über die Stadt. Neben einigen anderen Kathedralen sehen wir uns auch die Ausstellung im Musée des Beaux-Arts an.

Die Gärten von Claude Monet in Givenchy bilden den Abschluss unserer Reise durch die Normandie. Am besten gefallen uns natürlich die Seerosenteiche. Auch hier treten sich die Touristen auf die Füße.

Gärten von Givenchy

Unsere Reise durch die Normandie hat uns sehr gut gefallen. Das Wetter war weit besser, als wir es in der Normandie erwartet hatten. Ein absoluter Höhepunkt war für mich der Teppich in Bayeux.

Hinterlassen Sie Ihren Kommentar!

Hinterlassen Sie Ihren Kommentar oder einen Trackback von Ihrer Seite. Sie können auch Kommentare mit RSS abonnieren.

Seien Sie höflich. Bleiben Sie anständig. Schreiben Sie zum Thema. Wir tolerieren keinen Spam.