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Riga – Reisebericht Kulturreise

13. August 2017 389 Leser 0 Kommentare

Nach weniger als 2 Stunden landen wir bei Sonnenschein in Riga. Ein Bus holt uns vom Flughafen ab. Unsere Reisegruppe besteht aus 11 Mitgliedern plus Reiseleiter. Wir umrunden Riga und fahren zur 42 km entfernten Stadt Jelgava. Am Fluss Lielupe gelegen sehen wir uns das riesige barocke Schloss an, allerdings nur von außen, denn es beherbergt heute die Lettische Landwirtschaftliche Universität. Aber auch der Schlosshof vermittelt einen Eindruck von der Größe des Schlosses. Der gleiche Bauherr – Herzog von Kurland Ernst Johann von Biron – erbaute fast zur gleichen Zeit (1736 – 1740) das wohl bekannteste Schloss Lettlands – Pilsrundale, ein Barockschloss mit Rokokoelementen. Bei einer Führung bekommen wir 35 gut restaurierte Räume der über 1000 Räume zu sehen. Im französischen Schlossgarten wandeln  wir durch den Rosengarten mit Rosensorten aus aller Welt.

In Bauska gibt es eine mittelalterliche Kreuzritterburg. Von der ursprünglichen Anlage sind nur noch Reste vorhanden. Wir erklimmen über schmale Steintreppen den Burgturm und werden mit einem Blick über die Flüsse Memele und Musa und die malerische Landschaft belohnt.

Es geht zurück nach Riga ins Hotel Gertrude in der Gertrudenstraße.Wandbild Riga

Heute steht die Besichtigung Rigas auf dem Plan. Auf dem Rathausplatz werden wir von einer Stadtführerin in Empfang genommen. Sie ist sehr kompetent und erzählt uns viel über die Geschichte der Stadt und ihre Bauten. Nach einer Mittagspause treffen wir sie wieder, um im Jugendstilviertel die fantastischen und beeindruckenden Häuser zu besichtigen. Das Haus Nr. 2 a in der Alberta Iela, erbaut von Michael Eisenstein, ist besonders dekorativ. Zum Abschluss können wir im Jugendstilmuseum Möbel, Geschirr, Schmuck und andere Gegenstände des Jugendstils bewundern. Wir laufen durch die schönen mit vielen Blumen bepflanzten Parkanlagen und erholen uns bei einer Tasse Kaffee von so viel Kultur. Den Abend beschließen wir im Restaurant Niklas.

Mit dem Bus fahren wir quer durch Kurland zum Slitere Nationalpark, der eine dünenreiche Küstenlandschaft schützt. In Talsi – der Stadt der neun Hügel – machen wir Halt. Das Städtchen liegt eingebettet in eine grüne Landschaft mit zwei Seen und schönen Parkanlagen. Die kopfsteingepflasterten Straßen werden von Holzhäusern gesäumt. Wir steigen zur Kirche hinauf und können auch einen Blick hineinwerfen. Auffallend ist die Empore, die sich über den halben Kirchenraum erstreckt. Am Naturparkzentrum erklimmen wir den alten Leuchtturm von Slitere, der 5,3 km vom Meer entfernt steht. Von hier aus starten geführte Wanderungen durch den Nationalpark. Wir aber wollen weiter nach Mazirbe zum Hof Sturisi der Familie Taizelis, die ein kleines Museum mit livländischen Haushaltsgegenständen aus früheren Zeiten eingerichtet hat.Haus aus früheren Zeiten - Riga Sie bewirten uns mit einem livländischen Mittagessen. So gestärkt fahren wir weiter nach Kap Kolka (Kolkasrags). Hier treffen die Wellen der Ostsee und der Rigaer Bucht aufeinander und es gibt mitunter stürmische See. Heute ist es aber recht ruhig. Viele Ausflügler spazieren am Strand entlang. Zurück fahren wir über die Küstenstraße an der Rigaer Bucht entlang. Das Wasser ist selten zu sehen. Wir passieren  den Ort Roja, wo ein großes Fischerfest stattfindet. An einem ruhigen Plätzchen legen wir noch einmal eine Pause ein, um die Füße in die recht kalte Ostsee zu stecken.

Zur Abwechslung geht es heute mit der Bahn nach Sigulda in Livland. Der Zug zuckelt gemächlich durch die Landschaft, so dass man sie in Ruhe betrachten kann. In Sigulda laufen wir durch gepflegte Grünanlagen zur alten Burg Sigulda. Hier ist heute allerhand los. Es ist Sonntag und viele Familien nutzen den Tag für einen Ausflug.

 

Im Burghof spielt eine Band und die Menschen machen es sich rundum gemütlich. Natürlich ersteigen wir auch hier den Burgturm. Man hat einen schönen Blick über den Nationalpark Gauja und den gleichnamigen Fluss. Über den Fluss führt von Hügel zu Hügel eine Seilbahn. Wir stellen uns in die Schlange und es dauert ziemlich lange, bis wir an der Reihe sind.Burg bei Riga Es passen nämlich nur 10 Personen in die Kabine. Oben angekommen fängt es ein wenig an zu regnen. Wir gehen abwärts Richtung Fluss, vorbei an der Gutmannshöhle. Zum Glück hat der Regen wieder aufgehört, denn wir starten an einem Campingplatz zu einer Bootsfahrt auf dem Fluss. Unser Transportmittel ist das ausrangierte Rettungsfloß eines Kreuzfahrtschiffes. Ausrangiertes RettungsfloßIn ruhigem Tempo treiben wir etwa eine Stunde durch die schöne Landschaft den Fluss hinunter. Ende der Fahrt ist wieder an einem Campingplatz. Hier gibt es einen kleinen Abenteuerpark mit Sommerrodelbahn. Wir fahren mit dem Taxi zur mittelalterlichen Burg Turaida. Mittelalterliche Burg TuraidaDie Anlage umfasst mehrere Gebäude, eingebettet in eine grüne hügelige Landschaft. Der ca. 38 m hohe Turm bietet einen fantastischen Blick in die Landschaft. Mit dem Taxi geht es zurück zum Bahnhof, wo Kinder auf dem Bahnhofsvorplatz durch das Wasser des Springbrunnens toben.

Wir besuchen das im Wald von Bikernieki gelegene Memorial zur Erinnerung an die in Lettland ermordeten Juden. Mit dem Bus fahren wir auf der Via Baltica entlang der östlichen Rigaer Bucht. Über Holztreppen und -stege laufen wir hinunter zum Strand. Er ist hier steiniger als  auf der anderen Seite der Bucht mit ihren kilometerlangen Sandstränden. Die Sonne lädt zum Verweilen ein, aber wir wollen weiter zum Münchhausen-Museum. Hier lebte der Lügenbaron auf dem Münchhausen MuseumLandgut Dunte von 1744 bis 1750. Im angeschlossenen Restaurant verbringen wir unsere Mittagspause. Über einen Sandweg geht es zu den roten Felsen von Veczemji, einem 200 Meter langen und vier Meter hohen Sandsteinaufschluss direkt am Meer. Oberhalb des Strandes gibt es einen sehr schönen Campingplatz. Wir verlassen die Uferstraße und fahren auf direktem Weg nach Cesis. Leider bleibt uns nur wenig Zeit für die Stadtbesichtigung. Wir streifen aber noch durch die Ruinen der mächtigen Kreuzritterburg bevor es wieder zurück geht nach Riga.

Der letzte Tag ist gekommen  und wir machen uns zu viert selbständig auf den Weg. In der Nähe des Bahnhofs gibt es riesige Markthallen, die ursprünglich als Hangars für Zeppeline erbaut wurden. Hier kann man Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Obst, Blumen und auch Textilien erwerben. Floßfahrt Mit neuen Tüchern ausgestattet bewegen wir uns zum Bahnhof, um in den berühmten Badeort Jurmala zu fahren. An der Station Majori steigen wir aus, denn von hier aus kommt man am schnellsten zum Wasser. Wir bummeln durch die Einkaufsstraße mit teuren Boutiquen, aber auch kleinen Holzhütten, in denen Schmuck, Textilien und Souvenirs angeboten werden. An dem schönen breiten Sandstrand legen wir eine Kaffeepause ein. Zurück laufen wir kreuz und quer durch Straßen mit prächtigen Villen, oft aus Holz und mit Jugendstilelementen. Wir kommen am Baltic Beach Hotel vorbei, das von außen wie ein Ozeanriese aussieht und streichen der Riesenschildkröte über die Nase, was uns ein langes Leben garantiert.

Der Zug bringt uns zurück nach Riga. Hier sind wir mit den anderen Reisemitgliedern zu einer Bootsfahrt verabredet. Wir starten auf dem Pilsetas Kanal in der Nähe des Freiheitsdenkmals und fahren über die Daugava rund um die Altstadt. So haben wir zum Abschluss noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Stadt.

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