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Gran Canaria – Sehenswürdigkeiten, Strände und interessante Orte

13. Januar 2017 1.074 Leser 0 Kommentare

Wir wollten dieses Jahr Weihnachten nicht zu Hause verbringen. Da die Schneeprognosen für die Wintersportorte sehr schlecht aussahen und es nichts Trostloseres gibt, als schneefreie Skiorte, entschlossen wir uns, in den Süden zu reisen. Da kamen für uns nur die Kanarischen Inseln in Betracht.

Reiseziel: Der Norden von Gran Canaria

Wir entschieden uns für Gran Canaria. Ich mag diese mit Hochhäusern zugebauten Touristenorte nicht. So kam der Süden mit Maspalomas für uns nicht in Frage. Also buchten wir im Nordwesten ein Appartement in Agaete. Das Haus liegt in einer Feriensiedlung oberhalb des Ortes an einer Steilküste. Die Anlage ist architektonisch nett gestaltet. Jedes Haus sieht durch unterschiedliche Balkone, Terrassen, Fenster und Giebel ein bisschen anders aus.Über einen ziemlich steilen Treppenweg kommt man hinunter zum Puerto de las Nieves, einem kleinen Fischerort. Hier starten die Fähren nach Teneriffa. Es gibt einige Restaurants, die alle Fisch und andere Meerestiere anbieten. Wir haben unsere ersten Sardinen und Tintenfischringe gegessen.

Gran Canaria Meeresbrandung

Heftige Meeresbrandung auf Gran Canaria

Die Meeresbrandung ist recht kräftig und es gibt wunderbare Wellen. So wie die Surfer auf der Jagd nach der idealen Welle sind, habe ich sie mit der Kamera gejagt. Im Meer wurden Schwimmbecken eingebaut, die man bei zu starker Brandung aber nicht nutzen darf.

Gegen 18 Uhr geht die Sonne unter. Wir hatten heute ca. 22 Grad. Hier im Norden ist es immer etwas wolkiger, weil die Feuchtigkeit an den Bergen hängen bleibt.
Am nächsten Tag fahren wir in den nächsten größeren Ort: Galdar. Galdar war die Hauptstadt der Ureinwohner der Insel. Wir besuchen das Museo y Parque Arqueológico Cueva Pintada mit den im 19. Jahrhundert entdeckten mehrfarbigen Höhlenmalereien der Guanchen mit geometrischen und abstrakten Mustern, eine der wichtigsten archäologischen Anlagen der Insel. Ein sehr netter Museumsmitarbeiter informiert uns über die Geschichte und was es zu sehen gibt.

Gran Canaria Krippenlandschaft

Krippenlandschaften sind in vielen Orten auf Gran Canaria zu entdecken

Im alten Rathaus gibt es eine wunderbare Krippenausstellung. Sie erstreckt sich über mehrere m² und stellt eine ganze Landschaft dar. Im Hof nebenan steht einer der ältesten Drachenbäume (Drago) der Insel. Seine Existenz ist schon im Jahre 1718 dokumentiert.

Weihnachten auf Gran Canaria – skurril und sehenswert

Wir treten auf die Plaza Santiago mit der großen Kirche Santiago de los Caballeras. Nach deren Besichtigung kommen wir in die Altstadt, wo ein Blumenkorso die Straße schmückt, anscheinend ein Wettbewerb, wer die schönste Blumenpräsentation aufbaut. Es gibt einen Weihnachtsbaum aus Christsternen. Überhaupt stolpert man auch hier allerorts über Weihnachtsdekorationen. Aber der für mich skurrilste Weihnachtsbaum, steht zweifellos im Garten des Casa-Museo Antonio Padron, dem ehemaligen Wohnhaus und Atelier dieses für Gran Canaria bedeutenden Malers. An den Ästen einer Agave hängen bemalte Kalebassen.

Disneyfiguren in Galdar

Disneyfiguren in Galdar

 

Da mittags alles Leben sich in die Häuser oder Restaurants zurückzieht, fahren wir nach Faro de Sardina, einen kleinen Hafenort. Am Hafen gibt es steile Felswände, in denen Höhlen zu sehen sind. Es fängt zu regnen an und wir setzen uns in ein kleines Restaurant, in dem ein wunderbarer Eintopf mit Kichererbsen und eine ganze Pfanne voller Meeresgetier serviert wird.

Wir lassen das Auto stehen und fahren mit dem Bus nach Las Palmas. Es weht ein recht kräftiger Wind und das Meer ist ordentlich in Bewegung. Vom Busbahnhof aus kommt man direkt in den Park San Telmo mit 2 farbenprächtigen Jugendstilpavillons. Auch hier gibt es eine Krippenlandschaft. Wir befinden uns im Stadtteil Triana. Die Calle Mayor de Triana ist die Hauptgeschäftsstraße und Fußgängerzone. Häuser aus der Zeit um 1900 zeigen typische spanische Architekturelemente dieser Zeit, auch viele Jugendstilfassaden.

Im Anschluss kommen wir in die Altstadt Triana. Der Hauptplatz ist die Plaza Santa Ana. Hier steht das berühmteste Bauwerk, die fünfschiffige Kathedrale Santa Ana aus dem Jahre 1497. Sie beeindruckt durch ihre Größe, ist aber erstaunlich schlicht ausgestattet.

Auf der gegenüberliegenden Seite liegt das Rathaus, ein klassizistischer Bau aus dem Jahre 1853. Hinter der Kathedrale findet man das Casa de Colon, einen prachtvollen Kolonialbau, in dem das Kolumbus Museum untergebracht ist.

In fünfzehn Ausstellungssälen werden die Reisen und das Leben von Kolumbus präsentiert. Aber mir gefallen besonders die hölzernen kanarischen Kassettendecken. Auf alle Fälle ein lohnenswerter Besuch, den man nicht verpassen sollte.Es gibt auch eine kleine Krippenausstellung mit Krippen, überwiegend aus Mexiko.

Westküste Gran Canaria als Tagesausflug

Wir wollten heute an der Westküste in einen Naturpark fahren, aber die Straße ist gesperrt. Es wird eine neue Autobahn gebaut und anscheinend kann man deshalb auf der alten Straße zur Zeit nicht fahren. Also fahren wir in die andere Richtung nach St. Maria de Guia, einen kleinen Ort hinter Galdar. Da heute am Sonntag Gottesdienst ist, können wir in die sonst geschlossene Kirche gucken. Auf dem Platz vor der Kirche gibt es einen Minimarkt,mit einheimischen Produkten. Wir erstehen einen hier hergestellten besonderen Käse, den Queso de flores. Seinen Namen verdankt der Blütenkäse einer ganz besonderen Zutat, dem Blütensaft der wilden Artischocke. Deren Blütenblätter werden in Wasser gelegt und der auf diese Weise gewonnene Saft wird für die Gerinnung verwendet.

Cenobio de Valeron

Cenobio de Valeron

Durch die engen etwas verwirrenden Einbahnstraßen fahren wir schließlich weiter nach Cenobio de Valeron. Das ist ein Höhlenensemble, in dem die Ureinwohner Gran Canarias in den weichen Tuffstein 298 Nischen und Kammern gekratzt haben, um darin ihre Getreidevorräte zu lagern.

Nächster Stopp ist Moya. Auch hier gibt es eine große Kirche, die aber schon geschlossen ist. Stattdessen gehen wir in ein kleines Restaurant, um zu Mittag zu essen. Hier verkehren anscheinend nur Einheimische. Da kann man wirklich noch preiswert und gut essen.

Die Fahrt geht weiter in die Berge durch einen Lorbeerwald. Man glaubt kaum, wie grün die Landschaft hier gleich neben Afrika ist.

Es gibt jede Menge bunter Blumen. Ganz Gran Canaria ist mit Weihnachtssternen, meistens rote, aber auch gelbe zugepflanzt (das ist saisonbedingt). Jede Sorte Palmen, Kakteen, große alte Bäume, z.B. Drachenbäume usw. begleiten unsere Fahrt. Über etliche Kurven landen wir schließlich wieder in Agaete.

Wir fahren ins Valle de Agaete, ein langgestrecktes Tal, das landwirtschaftlich genutzt wird und in dem man gut zu Wanderungen starten kann. Auf der Fahrt gibt es riesige Bougainvillesträucher und andere schöne Blumen, ein schönes Tal. Wir landen schließlich auf einer Farm. Hier werden Wein, Apfelsinen, Bananen und man höre und staune Kaffee angebaut. Bei einer Führung bekommt man viele Informationen. Es gibt natürlich auch Kostproben. Der Kaffee schmeckt uns sehr gut, aber er hat auch einen stolzen Preis. Wir nehmen uns stattdessen eine Kiste Apfelsinen mit.

Gran Canarische Felsen

Karge Felslandschaft auf Gran Canaria

Nach einer Mittagspause auf unserem Balkon, von dem aus wir einen schönen Blick über das Tal hinweg zum Meer und zu den Bergen genießen, gehen wir zurück ins Dorf. Hier gibt es einen kleinen botanischen Garten. Eine Familie hat im 19. Jahrhundert Pflanzen aus aller Welt mitgebracht. Inzwischen sind es riesige Bäume und so dicht gewachsen, dass man nicht viel erkennt.

Für heute war ganz schlechtes Wetter angesagt, aber siehe da, es ist wunderbar. Unsere Rundtour startet in Arucas. Eine riesige, im neogotischen Stil erbaute Kirche überragt den Ort. Drei große Rosettenfenster gefallen mir am besten.

Gran Canaria Berge

Blick über die Berge und Täler

Durch die Fußgängerzone kommen wir zum Stadtpark mit schönen Blumen und Bäumen. In der Casa de Cultura gucken wir uns eine Ausstellung an. Auch hier gibt es eine tolle Krippenlandschaft mit wechselnder Beleuchtung. Vor dem Rathaus steht ein großer Weihnachtsbaum.

In Arucas gibt es eine Rumfabrik. Auf den umliegenden Feldern wird Zuckerrohr angebaut. Wir machen eine kurze Führung mit. Zum Schluss gibt es natürlich die übliche Verkostung, aber sehr unaufdringlich.

In Firgas spielt Wasser eine große Rolle. Hier gibt es etliche Quellen. Überall auf der Insel wird Wasser aus Firgas serviert. Wir essen in einem urigen Restaurant. Es ist in einem alten Steinhaus mit dicken Deckenbalken untergebracht.

Maipes

Archäologischer Park Maipes

Teror ist heute unser letztes Ziel. Es gilt als typischstes kanarisches Dorf. Es gibt eine nette Bummelstraße mit schönen Häusern mit Holzbalkonen und einer Barockkirche. Davor steht ein riesiger Lorbeerbaum und eine riesige Pinie. Das ist hier auf alle Fälle die Insel mit den meisten Riesenbäumen, die ich je gesehen habe.

Wir besichtigen den archäologischen Park von Maipes  in Agaete. Es handelt sich um ein Lavafeld auf dem sich 700 Gräber der Altkanarier befinden, zum Teil mehr als 1300 Jahre alt. Das Ganze ist sehr schön aufbereitet, aber es gibt erstaunlich wenige Besucher. Wir sind zeitweilig alleine auf weiter Flur.

Den Nachmittag verbringen wir am Meer. Das Wetter verführt einige Menschen, im Meeresschwimmbad zu baden. Andere liegen mit freiem Oberkörper in der Sonne, allerdings möglichst windgeschützt. Die Brandung ist wie immer kräftig. Ich kann stundenlang zugucken, wie die Wellen anrollen und sich dann brechen.

Archäologischer Park Maipes

Höhlen bei Artenara

Im Hafen gehen wir in ein großes Restaurant. Ich bekomme einen Fischteller mit 3 gegrillten Fischen für 9 Euro.

Es ist schönes Wetter und wir machen uns auf den Weg ins Landesinnere. Ich bin begeistert von den immer neuen Ausblicken über Berge und Täler. Es ist alles unvorstellbar grün, der reinste botanische Garten, u.a. kommen wir durch einen Pinienwald. Die Fahrt ist natürlich sehr kurvenreich, kein Wunder, schrauben wir uns doch von Meereshöhe auf ca. 1500 m. Unser erster Halt ist in Artenara, natürlich der Gang in die Kirche, die mir bisher am besten gefällt. Sie hat eine schöne Holzdecke und Wandmalereien. Aber die eigentliche Attraktion sind die Höhlenwohnungen, die heute noch bewohnt werden. Es gibt wohl 1000 Höhlen, die in Tuffstein gehauen wurden. 600 dienten Wohnzwecken, die anderen als Lager. Eine kann man besichtigen. Die Höhlen haben eine gleichmäßige Temperatur von 18 – 20 Grad das ganze Jahr über.

Wir fahren weiter nach Tejeda, laut großem Schild, eines Dorf der Kanaren. Es liegt auf alle Fälle sehr schön an einer Hanglage. Auch hier gucken wir in die Kirche. Hier, wie auch in der vorigen gibt es diese Krippenlandschaften. Meistens stehen Maria und Josef noch mal extra vor dem Altar. Die Krippe ist aber noch leer. Das Christuskind wird erst beim Weihnachtsgottesdienst hineingelegt. Es ist ziemlich kalt hier oben. An einer Marzipanbäckerei kommen wir nicht vorbei und erstehen leckere Dinge.

Blick über Gran Canaria

Wir erreichen den Cruz de Tejeda. Das ist ein in 1490 m Höhe gelegener Punkt, von dem aus man in alle Richtungen der Insel fahren kann. Hier sind wir plötzlich in Wolken gehüllt und es ist recht unangenehm. Über viele Kurven geht es hinunter zur Küste, wo die Sonne wieder scheint.

In Guia soll es so etwas Ähnliches wie einen Weihnachtsmarkt geben. Tatsächlich gibt es die marktüblichen Käse-, Kuchen- und Weinstände. Zusätzlich wird ein bisschen Kunsthandwerk angeboten: Schmuck, Selbstgestricktes und ein paar Holzarbeiten.

In Puerto de Sardina gibt es ein sehr gutes Restaurant, wo man oberhalb des Meeres den Wellen zusehen kann. Wir essen hier sehr gute Muscheln, unterschiedlich zubereitet.
Heute starten wir zu einer Tour durch die Berge. Unterwegs sehen wir viele Höhlenwohnungen, fahren durch den Tamadabawald mit seinen kanarische Kiefern, vorbei an Stauseen und erfreuen uns an schönen Landschaften. In Artenara gibt es ein Restaurant, durch das man nur zu Fuss durch einen Tunnel gelangt. Wir sitzen oberhalb eines Felsabsturzes und haben einen wunderbaren Blick über die Berge. Das Wetter ist gut, auf den Bergen sinkt die Temperatur aber mal schnell auf 13 Grad. Hier an der Küste war es vermutlich um die 20 Grad.

Da man an der Westküste nicht nach Aldea fahren kann, nehmen wir die Bergstraße GC-210. Hier sind die Berge schroff und fast ohne Vegetation. Es geht in Haarnadelkurven zunächst nach oben und Richtung Küste dann wieder nach unten. Atemberaubende Ausblicke! Auf der schmalen Straße kommen uns Radfahrer entgegen. Trainieren sie für die Tour de France? In Aldea angekommen fahren wir weiter gen Süden. Auch hier sind die Straßen kurvig, aber viel weitläufiger geht es durch grünes Land. Unser Ziel ist der Puerto de Mogan. Es soll ein sehr schöner Ort sein. Anscheinend haben mehr Leute davon gehört. Wir finden keinen Parkplatz. Es ist restlos überfüllt. So fahren wir weiter über die Küstenstraße an Maspalomas und Las Palmas vorbei gen Norden und Westen und sind froh, uns für Agaete entschieden zu haben.

Fazit zum Urlaub auf Gran Canaria

Die Insel hat mir sehr viel besser gefallen, als ich erwartet hatte. Meine Vorstellung bezog sich auf die Bilder der Massenquartiere von Maspalomas. Aber die Insel ist so viel vielfältiger und bietet so zahlreiche Möglichkeiten für Ausflüge und Besichtigungen, dass man auch bei mehrfachen Besuchen immer wieder Neues entdecken kann.

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