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Bialowieza – Urwald in Mitteleuropa

17. Juni 2011 5.841 Leser 0 Kommentare

Bialowieza Urwald in Europa Polen Einer der letzten Urwälder Mitteleuropas erstreckt sich im Grenzgebiet von Polen und Weißrussland. Der Nationalpark Bialowieza ist Weltnaturerbe der UNESCO und heute wieder die Heimat des europäischen Wisents. Die Wildrinder waren in freier Natur ausgestorben, doch Wissenschaftlern gelang die Auswilderung von Exemplaren aus zoologischen Gärten. Um die Art langfristig zu erhalten leben Wisente auch im Tierpark von Bialowieza.

Dort zeigen die Polen ihren internationalen Gästen neben den Wölfen und Elchen auch die Tarpane. Die durch Rückzüchtungen neu hervorgebrachten Urpferde sind gutmütige Zeitgenossen, die sich gerne streicheln lassen.

Hotspot Nationalpark Bialowieza

Noch faszinierender ist die Beobachtung der Tiere in freier Wildbahn. Die streng geschützte Kernzone im Nationalpark Bialowieza ist freilich nur in geführten Exkursionen begehbar. Mit etwas Glück sieht der Besucher, wie Luchse durchs Unterholz streifen und hört in der Ferne die frei lebenden Wölfe heulen. Marderhunde und Dachse machen sich allerdings rar, dafür bricht Rotwild oft durch das knackende Totholz.

Der Ruf des Schreiadlers lässt den Blick zum Himmel schweifen, wo vielleicht auch der Schwarzstorch über dem Urwald seine Runden dreht. Der Nationalpark Bialowieza ist ein Hotspot der Artenvielfalt, was sich besonders in der überraschenden Fauna der Kleinlebewesen zeigt. Im Urwald leben Insekten, die es in unseren Forsten gar nicht mehr gibt. Daneben sonnen sich Reptilien auf den Lichtungen und seltene Froschlurche bevölkern die Moore, die zwischen den Laub- und Nadelmischwäldern entstanden sind. Orchideen faszinieren die Naturfreunde mit ihren bizarren Blüten.

Urwald aus der Eiszeit

Der Urwald um Bialowieza begann vor 10 000 Jahren heranzuwachsen als die letzte Eiszeit endete. Der Wald konservierte auch die Spuren früher menschlicher Besiedlung und so mag der Besucher immer wieder die jahrtausendealten Hügelgräber mitten im Urwald ehrfürchtig bestaunen. Auf dem „Rundweg der Königseichen“ wandern die Naturfreunde im Schatten uralter Baumriesen durch den Nationalpark. Polen und Russland haben für die Erhaltung des Waldes schon seit alters her viel getan, freilich auch wirtschaftlich genutzt.

Im ersten Weltkrieg verlegten die Deutschen Schienen, um den Abtransport des Holzes zu beschleunigen. Heute dient die Schmalspurbahn als Ausflugsvehikel für Touristen. Wer den Nationalpark in Polen besuchen möchte, hat in Bialowieza reichlich Gelegenheit, sich im Hotel oder der Jugendherberge einzuquartieren. Camping ist nur auf zugelassenen Zeltplätzen möglich, denn im Wald darf man in Polen kein Zelt aufschlagen.

Reizt Sie der Besuch eines europäischen Urwaldes?

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