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Kappadokien – eine Märchenwelt aus Tuffstein

7. April 2011 8.702 Leser 5 Kommentare

Eigentlich wollte ich keine Gruppenreise mehr machen. Aber da flatterte uns dieses supergünstige Angebot für eine Reise nach Kappadokien ins Haus. Dieses Ziel hatte ich schon seit längerem im Visier und so warf ich meine Bedenken über Bord.

Die Fluggesellschaft  „Corendor“ erweist sich im Gegensatz zu anderslautenden Meinungen im Internet als Fluglinie mit dem heute üblichen Standard. Wir starten pünktlich um 20 Uhr und landen nach Mitternacht OZ  in Antalya. Die Passagiere dieses Fluges haben offensichtlich bei der gleichen Gesellschaft gebucht, denn wir werden alle in Empfang genommen und auf die bereitstehenden Busse verteilt. Die Organisation klappt wie auf der gesamten Reise perfekt.

Wir fahren ca. 1 Stunde bis hinter Manavgat ins Hotel Laphetos. Es ist eines dieser unsagbar großen 5- Sterne-Häuser, mit der die türkische Riviera vollgebaut ist. Da es mittlerweile 1.30 Uhr ist, sinken wir nur noch in unsere Betten.

Am nächsten Morgen erwartet uns ein riesiges Frühstücksbüfett.  Unsere Gruppe fährt nach Manavgat und besichtigt eine große Moschee mit 4 Minaretten, die erst 2004 eröffnet wurde.

Der folgende Bootsausflug führt auf dem Fluss Manavgat Cayi Richtung Meer.

Zig Boote fahren auf dem smaragdgrünen Wasser des Flusses. An der Mündung können wir an Land gehen und uns am Strand die Füße vertreten.  Wieder an  Bord werden wir mit gegrillter Forelle oder Hähnchenfilet, Reis und Salat verpflegt. Trotz der vielen Menschen läuft das alles recht reibungslos ab. An der Bootsanlegestelle steht schon die Busparade parat, um uns in die Hotels zurückzufahren.

Wir haben jetzt ein bisschen Zeit bis zum Abendessen und gucken uns die Hotelanlage an. Die Hotelpools sind noch ohne Wasser und das Meer ist für meinen Geschmack viel zu kalt zum Baden. Aber es gibt ein paar Mutige, die sich in die Fluten stürzen.

Abends gibt es ein großes Büfett, aber der Andrang ist gewaltig und der Lärmpegel noch gewaltiger. Kein wirklicher Genuss.

Unser Reiseleiter Murat hat für 7.30 Uhr die Abfahrt am nächsten Morgen angesagt. Pünktlich starten wir Richtung Kappadokien. Laut Reiseleiter gibt es keine festen Plätze im Bus, aber irgendwie schaffen es immer die gleichenLeute, vorne zu sitzen. Über die Nationalstraße 696 geht es durch das verschneite Taurusgebirge.  Nach der Passhöhe wird die Landschaft recht eintönig.

Ca. 250 km weiter erreichen wir Konya, auf 1000 m ü.d. M. inmitten der anatolischen Steppe gelegen.

Wir besichtigen die Mevlana-Klosteranlage, heute ein Museum. Hier befindet sich der Sarkophag Mevlanas, auf den die „Bruderschaft der Tanzenden Derwische“ zurückgeht. Ein paar Schritte weiter befindet sich die Selimiye-Moschee, eine klassisch-osmanische Kuppelmoschee mit offener Vorhalle und zwei Minaretten.

Und schon geht es wieder weiter, denn wir haben noch fast 300 km vor uns.

Hinter Aksaray besichtigen wir eine der ca. 50 unterirdischen Städte Kappadokiens in Saratli Belediyesi Kirkgöz. Es ist nur eine sehr kleine Stadt, zumindest der Teil, der für Touristen zugänglich ist. Es gibt Städte, die über mehrere Stockwerke gingen und in denen einige tausend Menschen Zuflucht vor Feinden suchen konnten. Wir kraxeln durch schmale Gänge und Räume mit Löchern und Durchbrüchen bei ca. 7 – 8°C. Die Vorstellung, hier mehrere Monate zubringen zu müssen, ist nicht sehr verlockend.

Endlich erreichen wir unser Ziel, das Akyol Hotel in Mustafapasa. Es ist ein ehemaliges griechisches Landhaus, das zu einem Hotel ausgebaut wurde. Uns wird ein Gewölbezimmer aus Tuffstein in einem Nebenhaus zugeteilt.

Am Morgen scheint die Sonne und wir schauen von unserem Fenster aus über die einzigartige Tuffsteinlandschaft Kappadokiens. Nach dem Frühstück geht es auf Entdeckungs- und vor allem Fototour. Wir stoppen im Devrent-Tal. Es mutet wie ein Skulpturengarten mit allen möglichen Tieren an. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Pasabagi-Tal stehen die höchsten und imposantesten Feenkamine Kappadokiens.  Die zu Zwillingen und Drillingen zusammengewachsenen Riesen sind teilweise ausgehöhlt und dienten als Kapellen, Wohnungen und Grabkammern.

Avanos ist das Zentrum des kappadokischen Töpferhandwerks. Hier  überqueren wir den Kizilirmak, den längsten Fluss der Türkei. In Ortahisar bewundern wir den 90 m hohen Burgfelsen, der sich über dem kleinen Ort erhebt.

Eine kleine Wanderung führt uns durch das Liebestal. Hier stehen je nach Sichtweise phallusartige oder pilzförmige Tuffformationen in großer Zahl.

Das Taubental sehen wir uns leider nur von einer Aussichtsterrasse an. Das Tal erhielt seinen Namen aufgrund der vielen Taubenschläge in den Felsen. Der Kot der Tauben wurde als Dünger verwendet.

Vor dem Abendessen geht es zu einer Vorstellung der Tanzenden Derwische.

Am nächsten Vormittag werden wir zu  dem obligatorischen Besuch eines Teppichverkaufs gebracht. Das Interessante sind die Räume, die in den Tuffstein eines Berges gegraben wurden.

Nach dem Mittagessen geht es ins Göreme Open Air Museum, das zum Weltkulturerbe gehört. Es ist ein Tal voller Kirchen und Kapellen, Klosterzellen, Ställen, Scheunen und Gräbern, die durch Aushöhlung der Felsen zustande kamen. Ganz besonders beeindruckt mich die Tokali Kilise („Kirche mit der Schnalle“) durch ihre Größe und die gut erhaltenen farbenfrohen Fresken. Sie liegt ca. 100 m unterhalb des Eingangs zum Museum.

Zum Abschluss des Tages machen wir einen Bummel durch Mustafapasa, das vor 1923 überwiegend von Griechen bewohnt wurde, die hier prächige Häuser hinterließen.

Als wir am nächsten Morgen die Rückfahrt antreten, sehen wir am Himmel etliche Heißluftballons. Mit Sicherheit ist es ein tolles Erlebnis bei schönem Wetter über diese einzigartige Landschaft zu schweben.

Für uns geht es über die alte Seidenstraße zurück zur Küste. Unterwegs halten wir an einer Kervansaray, der Raststätte früherer Reisender.

Gegen 16.30 sind wir zurück in Manavgat im Hotel Selge Beach. Es ist wohl noch größer als das erste, hat aber eine ausgezeichnete Küche, besonders gefällt mir die Patisserie. Wir nutzen die wenige freie Zeit, um im gegenüberliegenden Basar vermutlich viel zu teuer einzukaufen.
Nach dem ausgezeichneten  Frühstück fahren wir in die antike Stadt Perge. Ich bin beeindruckt von den Ausgrabungen aus hellenistischer, römischer und byzantinischer Zeit.

Jetzt sind die Schmuck- und die Lederwarenfabrik an der Reihe. Da von uns niemand einen Teppich gekauft hat, bittet uns unser Reiseführer, den Dingen hier etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Ob es an seinem Appell liegt oder ob der Kaufwunsch hier einfach größer war, mag ich nicht zu beurteilen, auf alle Fälle wird hier zugelangt.

Wir essen in einem Restaurant am alten Hafen von Antalya und bummeln dann durch die Altstadt. Den Basarbesuch anschließend brechen wir ziemlich schnell ab, da die Verkäufer recht aufdringlich sind.

Bevor wir im Hotel Falcon landen, besichtigen wir noch einen Wasserfall, der 40 m tief ins Meer fällt.

Kappadokien ist in jedem Fall eine Reise wert. Wer es sich aber leisten kann, der sollte ins ca. 70 km entfernte Kayseri fliegen und dann auf eigene Faust auf Entdeckungsreise gehen. Wir haben wirklich nur einen Bruchteil Kappadokiens gesehen, sind dafür aber 2 Tage Bus gefahren.

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5 Kommentare »

  • Manni meint:

    Sehr schöner Bericht. Wie teuer war denn das „günstige Angebot“? Das ist leider bei den Rundreisen immer Schade, dass man teilweise 300-500km am Stück im Bus sitzt. Deshalb haben wir für den September eine eigene Rundreise geplant. Istabul -> Kappadokien -> Kusadasi
    Viele Grüße

  • mambaci (author) meint:

    Die Reise kostete 199,– Euro für Flug, Unterkunft und Frühstück. Optional (kaum anders zu handhaben) gab es ein Paket: Mittag- und Abendessen, alle Eintritte, die Bootsfahrt und die Derwisch-Vorführung für 195,– Euro.

  • Klaus meint:

    Klingt sehr gut.

    Hier kann man bestimmt sehr gut entspannen.. Ich werde mich demnächst mal genauer informieren.

    Danke für den Tipp

  • Peter meint:

    …ist auch gut!

    Wie schon beschrieben gibt es solche Angebote, je nach Reisezeit ab 149€ cpl. mit Flug und Frühstück. Zusätzlich werden Pakete angeboten.
    z.B. „Kultur und Genuss“ alle Eintritte + Abendessen zu 129€ und das „Entdeckerpaket“ mit Flussfahrt, Derwische, Türk Abend + Mittagessen zu 99€. Also insgesamt ab ca. 380€ Vollpension!!, da kann man wirklich nicht klagen. Nun ja die Getränke gehen extra und sind in den Touristenhotels in Euro wie zu Hause. Aber das ist alles freiwillig. Es soll auch Leute geben, die Tauchsieder, Tütensuppen und Waser „einfliegen“! Na ja, wenn’s Spaß macht.
    Als alter Individualreisender (war ca 40 Jahren mit meiner Ente mal hier)hab ich mich Anfang November mit gemischten Gefühlen auf solch ein Angebot (bei RSD) eingelassen und muss sagen: Ich war positiv überrascht. Es war alles sehr gut organisiert, auf der langen Fahrt durch den Taurus gab es ausreichend Pausen und user Reisebgleiter war sehr kompetent. Kurz: empfehlenswert!
    Man muss sich halt im Klaren sein, dass man nicht mit Lufthansa fliegt sondern z.B. mit Sky (eng, aber geht für 3 Stunden)
    Zu empfehlen ist übrigens auch der Ballonflug für 150€ ein wirklich einmaliges Erlebnis.
    Fotos gibt es hier zu sehen: https://picasaweb.google.com/cps.schmid

  • 8 Tage Türkei für 99 Euro » Günstige Reiseziele meint:

    […] von ähnlichen Reisen in die Türkei vom selben Veranstalter findest du hier (Kappadokien) oder hier […]

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