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Kopenhagen – Drei Tage im April

13. April 2010 3.918 Leser 0 Kommentare

Pünktlich um 7.30 Uhr starten wir mit Easyjet Richtung Kopenhagen. Kaum gestartet setzen wir auch schon wieder zur Landung an. Ein schöner Flughafen und – was noch viel schöner ist – Sonne nehmen uns in Empfang. Bei der Touristeninformation kaufen wir eine Copenhagen Card für ca. 60 Euro. Damit haben wir 72 Stunden freie Fahrt im Zug, Bussen und Metro und freien Eintritt in über 60 Museen.

Mit der Metro fahren wir 10 Stationen bis Kongens Nytorv. Das ist ein großer Platz am Rande der Altstadt, wo sich das Königliche Theater, die Königliche Dänische Kunstakademie, das Kaufhaus Magasin du Nord und das Hotel D’Angleterre befinden. Zur Zeit ist seine Schönheit leider durch etliche Baugerüste beeinträchtigt.

Der Nyhavn

Nyhavn Wir zotteln unsere Koffer über das malerische, aber in dem Fall nicht so praktische Kopfsteinpflaster zum gleich anschließenden Nyhavn. Der Nyhavn wurde als Stichkanal zum Königlichen Markt angelegt und mit farbenfrohen Giebelhäusern an beiden Seiten des Hafenarms bebaut. Ein Restaurant am anderen ist von Einheimischen und Touristen gut besucht. Hier legen auch Boote zu Stadtrundfahrten ab. In den Häusern mit den Nummern 18 und 67 wohnte zeitweise der Märchendichter Hans Christian Andersen.

An der Toldbodgade biegen wir links ein und stehen schon nach wenigen Metern vor unserem Hotel Admiral. Es ist ein riesiges Gebäude, das 1787 als Getreidespeicher erbaut wurde. Beeindruckt stehen wir im Foyer und bestaunen die dicken Mauern und riesigen Holzbalken.

Wir bekommen ein Zimmer im 5. Stock mit Blick aufs Wasser, die neue Oper und das Königliche Schauspielhaus. Toll! Das Zimmer ist gemütlich und großzügig und die dicken Balken an der Decke und der Stützbalken geben dem Raum eine besondere Note.

Stadtbummel

Aber wir wollen ja Kopenhagen sehen, schnappen uns den Stadtplan und ziehen los. Nur wenige Minuten entfernt, befindet sich Schloss Amalienborg, die Kopenhagener Stadtresidenz der dänischen Königin Margarethe II. Das Schlossensemble wird durch vier einzelne Palais um einen achteckigen Platz gebildet. In der Mitte steht die Reiterstatue von Frederik V. In der Sichtachse befindet sich zu der einen Seite die Frederiks- bzw. Marmorkirche und zur anderen Seite die 2005 eingeweihte Königliche Oper (Operaen).

Es haben sich schon etliche Touristen eingefunden, um auf die Wachablösung zu warten. Aber es ist noch viel zu früh. So gehen wir weiter zur Frederikskirche. Innen beeindruckt die riesige Kuppel, die einen Durchmesser von 31 m hat.

Wir laufen durch eine Straße, an der sich eine Galerie an die andere reiht. In einem kleinen Laden entdecken wir appetitliche Smörrebrod, die aber nicht etwa von Dänen produziert werden, sondern von Asiaten. Gleich nebenan zieht uns leckerer Kuchen an, dem wir nicht widerstehen können. Mit reichlich Kalorien und Kaffee versorgt können wir uns jetzt in die Strøget, die Fußgängerzone in der Innenstadt von Kopenhagen stürzen.

Die Innenstadt

Hier finden wir alle Ladenketten, wie man sie heute in jeder größeren (und auch kleineren) Stadt findet. Aber es gibt auch den Laden mit Royal Copenhagen Porzellan, den Silberladen Georg Jensen und besonders gefällt uns Illums Bolighus, eine Fundgrube an dänischen Designprodukten. In dem riesigen Haus gibt es auch Designartikel aus anderen Ländern, z.B. Italien. Leider haben all die schönen Sachen ihren für mich viel zu hohen Preis.

Wir kommen an der Københavns Universitet (Kopenhagener Universität) vorbei, besichtigen die gegenüberliegende Kathedrale Vor Frue Kirke (Frauenkiche) und machen Teepause in einem kleinen Alternativladen.

Allmählich merken wir unsere Füße und so fahren wir mit der Metro von der Osterport Station zum Kongens Nytorv und gucken noch kurz ins Magasin du Nord. Kaum im Hotel angekommen, fängt es an zu regnen.

Abendprogramm – auch bei Regen was dabei

Deshalb fahren wir gegen 19.30 Uhr mit dem Taxi zum Det Kongelige Teater obwohl es nur 10 Minuten entfernt ist. Hier erwartet uns ein besonderer Abend: „Ein Sommernachtstraum“, Ballett von John Neumeier nach William Shakespeare, Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und György Ligeti. Schon alleine das Haus von 1874 mit seinen vier Rängen ist den Besuch wert. Hier finden 1600 Besucher Platz.

Da die Restaurants schon geschlossen sind, bestellen wir uns in der Hotelbar ein Sandwich. Es ist schlicht schlecht.

Tag 2

Ein neuer Tag wartet auf uns. Leider ist es ziemlich grau und kalt, aber zum Glück regnet es nicht. Wir wollen im Nyhavn frühstücken, aber darauf ist man hier nicht eingerichtet. Mit Mühe bekommen wir ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee.

Wir laufen zur Schlossinsel Slotsholmen. In Christiansborg sind das Parlament, die Büros des Premierministers und die königlichen EStadtbesichtigungmpfangsräume untergebracht.

Auf der Nordwestseite von Christiansborg befindet sich das Thorvaldsens Museum. Der gebürtige Kopenhagener Bertel Thorvaldsen (1770 – 1844) gehört zu den bedeutendsten Bildhauern des 19. Jahrhunderts. Alles was Rang und Namen hatte wurde von ihm in Stein gemeißelt. Als er nach 40 Jahren aus Rom nach Kopenhagen zurückkehrte, vermachte er seine Werke der Stadt und wurde zum Ehrenbürger ernannt. Das eigens für ihn gebaute Museum zeigt die größte Sammlung seiner Werke. Wir können uns kaum vorstellen, dass ein Mann alleine so viele Skulpturen schaffen konnte. Besonders gefallen uns auch die Deckenbemalungen der Räume.

In der Cafeteria des zeitgenössischem Anbaus der Königlichen Bibliothek (Det Kongelige Bibliotek) machen wir eine Kaffeepause. Die glänzende Fassade aus poliertem schwarzen Granit und Glas verlieh ihr bei den Dänen den Namen „Der schwarze Diamant“.

Seit Juni 2007 gibt es im Altbau der Königlichen Bibliothek das Dansk Jødisk Museum, (Dänische Jüdische Museum). Es beschäftigt sich mit der Geschichte, Kultur und Kunst der in Dänemark lebenden Juden. Die Inneneinrichtung erinnert uns an das Jüdische Museum in Berlin, kein Wunder, denn auch dieses Museum wurde von Daniel Libeskind gestaltet, ist aber wesentlich kleiner.

Da das Wetter einfach ideal für Museumsbesuche ist, laufen wir zur Ny Carlsberg Glyptotek. Die Kunstsammlung des dänischen Industriellen Jacob Christian Jacobsen (Carlsberg-Brauerei) wurde von dessen Sohn Carl Jacobsen der Öffentlichkeit gestiftet. Sie umfasst antike Skulpturen des Mittelmeerraums (Ägypten, Rom, Griechenland), Skulpturen von Auguste Rodin und Edgar Degas, aber auch dänische und französische Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Gebäude wurde 2006 umfassend renoviert. Die Werke sind sehr großzügig präsentiert und es macht wirklich Spaß, durch die Räume zu flanieren. Zum Relaxen lädt der als botanischer Garten gestaltete Innenhof mit seinem Cafe ein. Leider wird um 17 Uhr geschlossen und wir müssen uns beeilen, um noch die Impressionisten zu sehen.

Auf dem Weg zum Bus kommen wir am Tivoli vorbei und müssen feststellen, dass erst am 15. April Saisonbeginn ist.

Nach einer Erholungspause im Hotel gehen wir zum Abendessen in die Trattoria Fiat am Kongens Nytorv. Im Weinkeller müssen wir eine halbe Stunde auf einen Tisch warten, denn es ist knackend voll. Wir bestellen Pizza mit mariniertem Lammfleisch, Relish, schwarze Oliven und Radicchio, für uns ungewöhnlich, aber schmackhaft. Die Pizzen sind riesig, kosten aber auch fast 20 Euro.

Müde von so viel Kultur fallen wir ins Bett.

Tag 3

Heute frühstücken wir in einem Cafe am Kongens Nytorv. Der Himmel ist strahlend blau. Mit der Bahn fahren wir nach KopenhagenHaderslev im Norden der Insel Seeland, um in das Louisiana Museum of Modern Art zu gehen. Louisiana ist ein internationales Museum mit einer bedeutenden Sammlung moderner Kunst. Die Dauerausstellung des Museums umfasst mehr als 3000 Werke und ist eine der größten in Skandinavien.

In der Sonne sitzend mit Blick auf eine Skulptur von Henry Moore warten wir eine halbe Stunde bis zur Öffnung. Der Panoramablick über den Öresund , die Museumsanlage mit dem Skulpturenpark, das blaue Meer, der blaue Himmel, diese Wechselwirkung von Kunst, Natur und Architektur ist einfach überwältigend und in dieser Form wohl ziemlich einmalig.

Nach diesen Naturfarben erwartet uns ein Farbfeuerwerk: Die Ausstellung „Farven i Kunsten“ (Farbe in der Kunst) besteht aus 150 Werken von 72 verschiedenen Künstlern von den späten 1800er bis in die Gegenwart, z.B. Werke von Matisse, Van Gogh und Derain, Richter, Sam Francis, Yves Klein und Kusama.

Zum Schluss besuchen wir den Museumsshop. Es ist einer der führenden Design-Läden in Dänemark mit dem Schwerpunkt auf dänisches und skandinavisches Design und eine echte Fundgrube für geschmackvolle Souvenirs.

Während der Rückfahrt zum Kopenhagener Hauptbahnhof verschlechtert sich das Wetter. Es wird recht grau und kühl. Wir laufen am Rathaus vorbei. Es wurde zwischen 1892 und 1905 im Stil der italienischen und normannischen Renaissance erbaut und ist mit vielen Skulpturen geschmückt. Der Rathausturm ist mit 105,6 Metern Dänemarks höchster Turm.

Wir gucken noch kurz in das „H.C.Andersen Eventyrhuset„. Am Schreibtisch sitzt ein Andersen aus Plastik und erzählt aus seinem Leben. Danach passiert man einige Märchenfenster und hört die Märchen vom Band. Das Ganze ist recht primitiv gemacht und lohnt sich nicht.

Durch die Amagertorv laufen wir über den Kongens Nytorv zurück zum Hotel.

Da es jetzt richtig kalt und ungemütlich geworden ist, beschließen wir, im Hotel zu essen. Das ist ein Fehler. Wir hätten durch unser Sandwich gewarnt sein sollen. Schlimmere Pommes Frites habe ich wohl nur in Schottland bekommen. Mir wurde wieder einmal bestätigt, das man im Hotel besser nicht isst.

Am nächsten Morgen geht es zurück nach Deutschland. Die drei Tage waren wie immer viel zu kurz. Wir hätten ohne weiteres auch für die nächsten drei Tage noch volles Programm gehabt. Die kleine Meerjungfrau ist übrigens gerade in China. Sie ist aber nur ein weiterer Grund wiederzukommen.

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