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Andalusien im Oktober

4. Juli 2009 7.438 Leser 0 Kommentare

Wir fliegen nach Malaga und übernehmen am Flughafen unseren Leihwagen. Schnell stellt sich heraus, dass unser Megane etwas zu schwach für die bergige Landschaft Andalusiens ist. Da sollte man doch lieber nicht zu sparsam sein.

Spanien - Andalusien - Cordoba

Granada

Bei bedecktem Himmel und zwischendurch leichtem Regen fahren wir nach Granada. Erstaunlicherweise finden wir unser Hotel Macia Condor in der Avenida de la Constitucion 6 recht schnell. Es ist ein etwas gesichtsloses 4-Sterne-Hotel.

granada-alhambra Nach kurzer Pause geht es auf Entdeckungstour. Wir besichtigen die riesige Kathedrale, der man mit ihren weiß getünchten Wänden keinen guten Dienst erwiesen hat. Durch die mit einer schönen Platereskfassade geschmückte Börse (Lonja) geht es zur Capilla Real, wo sich die Grabkapelle von Isabella und Ferdinand, sowie von Johanna, der Wahnsinnigen und Philipp, dem Schönen befindet.

Wir bummeln durch das Kathedralenviertel, finden an einem hübschen Platz ein Restaurant und essen zu Abend.

granada-generalife Zum Glück sind wir todmüde ins Bett gesunken, denn unser Hotelzimmer liegt an der stark befahrenen Straße. Wir lassen uns am Morgen ein anderes geben, frühstücken und fahren mit dem Bus zur Alhambra.

Wir treten ein in dieses wunderschöne Areal – die Sonne kommt, der Himmel ist blau und die Luft herrlich frisch. Die ganze Anlage ist einfach ein Traum, besonders die Gartenanlage Generalife wirft mich um.

Gut gelaunt trinken wir einen Kaffee im Hotel America, und begeben uns zum Nesridenpalast. Hier wird uns erklärt, dass die Reservierungszeit 10 Uhr nicht für den Haupteingang gilt, sondern für den Palast. Die Besucherzahl ist streng limitiert und sie kennen kein Pardon. Wir müssen für den Nachmittag neue Tickets kaufen. Jetzt haben wir noch viel Zeit, die ganze Anlage zu genießen.

cordoba-3 Schließlich ist es so weit, wir betreten den Palast und alles ist so eindrucksvoll, dass es diesen Bericht sprengen würde. Ein guter Reiseführer hilft hier sicher weiter. Das Wort Paradies passt hier wirklich.

Mit dem Bus fahren wir ins Hotel zurück, ruhen uns kurz aus und fahren am Abend ins Albacin, ein altes maurisches Viertel. Vom Mirador St. Nicolas bietet sich ein fantastischer Blick auf die beleuchtete Alhambra. Am Plaza Alita essen wir in einem kleinen Restaurant Gazpacho und Paella – gut und preiswert. Toller Tag.

Purullana

Von Granada fahren wir durch die Berge nach Purullana und besichtigen ein Höhlenmuseum. Die in den Kalkstein gegrabenen Wohnungen sind erstaunlich groß. Wir fahren weiter nach Guadix zum Höhlenviertel, wo die weißen Schornsteine wie Gespenster in den blauen Himmel ragen. Ein toller Anblick.

Puente del Obispo - Olivenmuseum Es geht weiter durch endlose Olivenhaine. Das ganze Land ist mit Olivenbäumen bepflanzt (ca. 220.000.000.000). Die Landschaft sieht aus wie ein großes Stoffmuster.

Wir erreichen unser Hotel Hacienda La Laguna in Puente del Obispo, das in einer ehemaligen Ölmühle aus dem 17. Jh. eingerichtet wurde. Eine wunderschöne Anlage mit einem typischen andalusischen Innenhof mit Brunnen und Orangenbäumen. Wir besichtigen das angeschlossene und sehr interessante Ölmuseum und machen einen Spaziergang zur nahe gelegenen Lagune.

Zum Abendessen gibt es Tintenfisch und Salat und als Nachtisch Olivenöleiscreme mit Tomatenmarmelade. Schmeckt entschieden besser, als es sich anhört.

Das Wetter – noch nicht abzusehen. Nach dem Frühstück fahren wir nach Baeza, eine kleine Renaissancestadt (Weltkulturerbe), in der die ganze Altstadt wie ein Museum wirkt. Leider bewölkt es sich immer mehr, es wird recht kühl.

jaen

Ubeda

Im viel größeren Ubeda wird das Stadtbild ebenfalls von Renaissancebauten bestimmt. Leider beeinträchtigt der einsetzende Regen unsere Lust am Besichtigen. Wir stärken uns erstmal mit leckeren Tapas und laufen zur Töpfergasse. Der vielfach ausgezeichnete Töpfer Paco Tito hat dort ein Museum und auch Verkauf. Wir suchen uns zwei schöne Gefäße aus. Da es immer stärker regnet, bietet uns der Meister an, uns zu unserem Auto zurück zu fahren. Wir nehmen dankbar an und müssen über unser Glück sehr lachen.

Der Himmel ist noch bedeckt, aber die Sonne scheint zu kommen. Wir fahren nach Jaen – der Hauptstadt der Region – und die Sonne ist da. Natürlich besichtigen wir die Kathedrale, die als schönste Renaissancekirche Andalusiens gilt. Schön, groß, eindrucksvoll!

Hügelaufwärts gelangen wir in die Altstadt zum Palacio de Villardompardo, in dem die größte in Spanien vorhandene Anlage arabischer Bäder zu besichtigen ist.

Wir fahren hoch zur Wehrburg Castillo de Santa Catalina und trinken nach der Besichtigung im dort untergebrachten Parador einen Tee.

Über eine sehr kurvige Bergstraße erreichen wir Priego de Cordoba. Im Barrio – einem maurischen Altstadtviertel – liegt unsere nächste Unterkunft – La Posada Real – ein kleines Gasthaus in einem historischen Gebäude mit einem kleinen Patio. Die Straßen sind so eng, dass keine Autos fahren können. Die Häuser sind strahlend weiß getüncht und mit vielen Blumen dekoriert. Priego ist bekannt für seine vielen Brunnen, besonders den Fuente del Rey, und seine zahlreichen Barockkirchen.

guadix

Cordoba

Weiter geht es durch den sonnigen Morgen und die wunderschöne Landschaft nach Cordoba. Durch die winkligen Gassen kommen wir zu unserem Hotel Macia Alfaros, stellen die Koffer ab und machen uns auf zur traumhaft schönen Altstadt mit der Mezquita.

Vor dem Besuch des Archäologischen Museum trinken wir unter einem Apfelsinenbaum einen Kaffee. In den geräumigen Patios sind die Sammlungen aus römischer und arabischer Zeit sehr schön repräsentiert.

Wir erreichen die große Moschee (Mezquita), kaufen einen Führer und lesen erst einmal im Orangenhof. Schon der nimmt einem den Atem. Die Mezquita mit der im inneren liegenden Kathedrale ist überwältigend und wir könnten dort Tage bleiben.

Wir schlendern weiter zur römischen Brücke über den Guadalquevir. Auch davor imponierende Fassaden und Brunnen. Die Brücke ist wohl gerade renoviert worden, hat aber immer noch Charme und Atmosphäre. Am Ende befindet sich der Torre de la Calahorra, in dem ein Museum über die Zeit der Araber in Spanien untergebracht ist. Oben auf dem Turm hat man einen grandiosen Blick auf die Mezquita und die Stadt.

Durch die kleinen Gassen, immer wieder mit Einblicken in die bezaubernden Höfe, gelangen wir in unser Hotel. Eine Stunde ausruhen. Wir laufen noch einmal los, es ist bereits dunkel, aber auch so entdecken wir schöne Fassaden, Ecken,. Innenhöfe. Irgendwo in der neueren Stadt essen wir bei Don Jamon Schinken und Käse (Bier dazu) und am Plaza de las Tandillas ein Postres.

So ein Traumwetter. Strahlend blauer Himmel, warme Sonne, lauer Wind. Ich werde zum Poeten.

Schon früh machen wir uns auf zum Alcazar de los Reyes Christianos, laufen durch die noch ruhigen Gassen, genießen die Atmosphäre, frühstücken kurz in einer Bäckerei und genießen dann die Ausstellung und die anschließenden Gärten.

Wir verabschieden uns von Cordaba, finden aber aufgrund der schlechten Ausschilderung trotz aller Suche den Weg zur Medina Azahara nicht.

Wir fahren deshalb weiter in Richtung Sevilla und legen einen Zwischenstopp in Carmona ein, um im Schatten der Stadtmauer Gazpacho, Oliven und andere Tapas zu genießen.

sevilla

Sevilla

Sevillas Altstadt ist für Autofahrer ein Albtraum. Wir haben Mühe unser Hotel in Sevilla zu finden, viele Einbahnstraßen, keine Straßenschilder, aber schließlich stellen wir das Auto in einer Garage ab und laufen zu Fuß zum Hotel Zaida, das in einem Haus im maurischen Stil untergebracht ist.

Zum Ausruhen bleibt kaum Zeit, wir machen uns auf zum Kathedralenbezirk.. Es ist schon dunkel, die Kathedrale und der Giralda-Turm sind angestrahlt. Ein sehr schönes Bild.

Santa Cruz ist ein Bezirk neben der Kathedrale, in dem sich eine Kneipe an die andere reiht. Hier tobt das Leben und auch wir finden hier einen schönen Platz zum Sitzen, Trinken und Essen. Hier beenden wir auch den Abend und finden mit kleiner Verzögerung unser Hotel.

sevilla-2 Wir frühstücken in einer kleinen Kneipe an unserer Ecke Cafe con leche, Orangensaft, Croissant – perfekt. Die Sonne scheint. Den Vormittag verbringen wir mit der Besichtigung der Kathedrale, der drittgrößten der Welt. Trotz der Größe fühlt man sich nicht erschlagen, denn sie wirkt sehr harmonisch und offen. In der Giralda erwarten uns nicht unzählige Treppen, sondern man läuft endlos über 35 Rampen. Hier konnten die Eroberer mit Pferden hoch reiten. Die Aussicht über die Stadt ist grandios.

In Santa Cruz essen wir einen Salat, trinken bei Traumwetter noch einen Kaffee und weiter geht’s. Wir landen in einem zauberhaften Park und sind begeistert von den Pflanzen, Brunnen und gefliesten Bänken. Wir fragen uns durch zur Casa de Pilatos, einem Palast aus dem 14. Jh., wie so oft – eine tolle Überraschung. Ein wunderschöner Patio, antike Skulpturen, Säulen und Brunnen aus Carrara-Marmor. Uns brennen die Füße, also entscheiden wir uns für eine Kutschfahrt durch das abendliche Sevilla. Das war eine gute Idee. Wir haben Zeit zum Relaxen und Staunen. Wir landen nahe unserem Hotel in einem netten Restaurant (mit Patio), trinken Wein und essen feinen Schinken. Dann einfach nur noch ins Bett.

italica Die Nacht über hat es geregnet, aber als wir losgehen, ist es zum Glück trocken. Es hat sich sehr abgekühlt. .Wir laufen zum Alcazar von Sevilla. Wir können nur staunen. Er ist wirklich einmalig in seiner Konzeption und Ausstattung. Ich weiß gar nicht, wohin ich zuerst blicken soll, bzw. möchte überall stehen bleiben.

Auf dem Weg zurück zum Hotel trinken oder eher essen wir dicke Schokolade und Churros, holen das Gepäck und verlassen Sevilla in Richtung Italica. Das ist das Ausgrabungsgebiet einer römischen Stadt mit dem größten römischen Amphitheater Spaniens. Wir spazieren über die gepflasterten Gassen, um die mehrfarbigen Mosaikfußböden zu bewundern.

ronda

Ronda

Es geht dann die 110 km nach Ronda durch eine interessante und schöne Landschaft. In Ronda haben wir zuerst einmal das Problem, unser Auto los zu werden, denn unser direkt an der berühmten Brücke liegendes Hotel hat keinen eigenen Parkplatz. Aber dann löst sich das auch und wir genießen eine Stunde Ruhe in unserem sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmer. Da es regnet und kalt ist, essen wir im Hotel – Paella mit einem guten Glas Wein – und gehen nicht mehr aus dem Haus.

Der Morgenhimmel ist wunderschön blau. Die Sonne wärmt. Wir besichtigen die bekannte Stierkampfarena von Ronda mit dem Museum, bummeln dann durch die engen Gassen und landen auf einem Platz und genießen Churros. Wir verlassen Ronda nach einem Spaziergang an der Schlucht entlang.

Wir nähern uns der berüchtigten Costa del Sol, und finden in einem etwas abgewrackten Hotel ein Zimmer mit Blick aufs Meer. Das ist doch auch einmal ein Genuss – am Strand laufen, Muscheln sammeln und Sand zwischen den Füßen spüren. Wir landen beim Italiener(!) am Abend und trinken Sangria.

Von meinem Bett aus kann ich einen fabelhaften Sonnenaufgang über dem Meer sehen – wie ein Scherenschnitt die Gegenstände davor. Strahlender Sonnenscheinl Wir frühstücken auf der Terrasse des Hotels. Mit dem Auto fahren wir nach Malaga und finden im wirren Verkehr einen Parkplatz in einem Parkhaus. Der letzte Tag. Wir nutzen ihn und bummeln durch die Geschäftsstraßen der Altstadt und kaufen und kaufen. Es macht so viel Spaß – die Stunden vergehen, das Wetter spielt mit – herrlich. Mit Tüten bepackt landen wir am späten Nachmittag im Picasso-Museum. Das liegt in einem der schönsten Altstadtteile von Malaga.

Es wird langsam dunkel, wir holen das Auto und wollen zurück ins Hotel. Es wird eine längere Irrfahrt, denn wir erwischen die falsche Autobahnauffahrt.

Es schüttet aus allen Kanälen als wir zum Flughafen fahren. Da fällt der Abschied nicht so schwer. Uns ist klar, dass die zwölf Tage viel zu kurz waren, um die Schönheiten und Schätze Andalusiens wirklich kennen zu lernen. Aber wir haben doch einen guten Eindruck bekommen und wie sagt meine Freundin immer, wenn ich bedauere etwas nicht gesehen zu haben: „Hast du einen guten Grund wieder zu kommen.“ Da gibt es in Andalusien sicher zahllose Gründe.

Was ist ihre bevorzugte Art der Fortbewegung im Urlaub?

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