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Südkorea – Asien auf Konfuzianische Art

12. Mai 2009 3.745 Leser 0 Kommentare

Korea Seoul Gyeongbok-Palace Das Flugzeug ist in Seoul gelandet und hat seine Parkposition erreicht. Die Türen werden geöffnet. Und da ist er, der erste Eindruck von Südkorea: sein Geruch. Eine Welle von Knoblauch schlägt dem Neuankömmling entgegen. Knoblauch ist hier so allgegenwärtig, dass es sogar in der Luft liegt. Es gehört zum Speiseplan wie bei uns die Butter zum Brot: Knoblauch ist nicht nur Gewürz, sondern wird zu den Mahlzeiten als Beilage gereicht, und zwar roh!

Nachdem man sich an den Duft der weißen Knolle gewöhnt hat, geht es hinein in die Hauptstadt Seoul. In dieser quirligen Metropole staunt man nicht schlecht über die Gegensätze von Tradition und Moderne, die hier zusammen treffen. Inmitten der vielen Hochhäuser befinden sich Tempel und Königspaläste, Orte der Ruhe und Geschichte. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Stadtmitte und sind bequem zu Fuß oder in wenigen Stationen mit der Metro zu erreichen Höhepunkte sind der Kyongbok-Palast und der Changdok-Palast mit seinen „Geheimen Gärten“. Der Kyongbok-Palast war von 1394 bis 1910 Regierungssitz. Hier wurde auch die koreanische Schrift, das Hangul, erfunden. Inmitten eines großen Teiches befindet sich ein großer Pavillon, in dem auch heute noch ausländische Würdenträger empfangen werden. Der Changdok-Palast, der am besten erhaltenste Palast Seouls, besticht seine Besucher mit den „Geheimen Gärten“, einer Meisterleistung koreanischer Gartenbau-Kunst.

Seoul ist auch ein Einkaufsparadies. Unzählige, riesige Märkte bieten alles, was des Shoppers Herz höher schlagen lässt: mehr oder weniger echte Markenartikel wie Designer-Handtaschen und -Bekleidung, Goldschmuck in Hülle und Fülle, Elektronikartikel sowie traditionelle koreanische Handwerksarbeiten.

Wer das Nachtleben sucht, kommt in Seoul voll auf seine Kosten. Die Stadt bietet von der Studentenkneipe über die Disco bis hin zum Nobelrestaurant im Luxushotel für jeden Geschmack etwas Passendes. Die Koreaner sind fröhlich und singen gerne. An fast jeder Ecke findet man Karaoke-Schuppen, die sogenannten „Noraebangs“. Für jede Gruppe gibt es einen eigenen Raum zum Singen, so dass man keine Angst vor einer eventuellen Blamage vor breitem Publikum haben muss.

Ein Muss für jeden Korea-Besucher ist eine Fahrt zur nordkoreanischen Grenze. Die DMZ – Demilitarisierte Zone – ist nur in organisierten Gruppenreisen zu erreichen. Sie befindet sich gerade einmal 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt. In einer Hütte im Dorf Panmunjom, wo sich der 38. Breitengrad befindet, der die beiden Koreas teilt, stehen sich nordkoreanische und südkoreanische Soldaten stumm gegenüber. Besucher werden angehalten darauf zu achten, sich nicht zu salopp zu kleiden. Jeans und Turnschuhe könnten als Symbole der westlichen Dekadenz von den Nordkoreanern als eine Provokation aufgefasst werden.

Ein besonderes Urlaubs-Erlebnis ist ein Aufenthalt in einem der vielen Tempel des Landes, in denen man übernachten und den Tag gemeinsam mit koreanischen Mönchen nach den Lehren des Buddhismus verbringen kann.

In Suwon, 50 Kilometer südlich von Seoul, liegt das „Folk Village“, ein Freilichtmuseum. Hier bekommt man einen faszinierenden Einblick in das Korea vergangener Zeiten.

Ein UNESCO-Weltkulturerbe ist die Stadt Kyongju, die Hauptstadt des ehemaligen Shilla-Reiches. Die Stadt wird auch „Museum ohne Mauern“ genannt. Hier befindet sich der schönste Tempel Koreas – Pulguk-sa – und die Sokkuram-Grotte mit einer Buddha-Statue aus weißem Granit.

An der Ostküste des Landes liegt das Sorakgebirge, das zu unzähligen Wanderungen einlädt. Ebenfalls an der Ostküste befinden sich schöne Strände und Inseln.

Die Insel Cheju-do im Süden ist ein Paradies für frisch Vermählte. Hier gibt es noch echte Perlentaucherinnen und das Klima ist ganzjährig mild.

Korea ist bei uns als Reiseland noch weitgehend unbekannt. Es bietet jedoch eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Die koreanische Schrift, das Hangul, besteht aus 24 Buchstaben und ist relativ leicht zu lernen. Die Mühe lohnt sich, denn Schilder und Wegweiser auf Koreanisch lesen zu können, ist ein echtes Erfolgserlebnis.

Koreanisches Essen ist sehr gesund und unterscheidet sich erheblich von allen anderen asiatischen Küchen. Zu jeder Mahlzeit werden unzählige Beilagen gereicht. Bekannteste Beilage ist das „Kimchi“, ein säuerlich eingelegter Kohl, der unserem Sauerkraut ähnelt.

Südkorea ist beeindruckendes Beispiel eines erfolgreichen Wirtschaftswunders. Das Land war nach Ende des Korea-Krieges eines der ärmsten Länder der Welt und hat sich in nur wenigen Jahrzehnten zu einer führenden Industrienation gewandelt. Den Regeln des Konfuzianismus folgend, legen die Koreaner sehr viel Wert auf Bildung, Fleiß und Disziplin. Korea ist außerdem ein sehr sicheres Reiseland. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Überfalls zu werden, ist äußerst gering. Auch Vandalismus ist hier gänzlich unbekannt.

Korea hat vier ausgeprägte Jahreszeiten: Als Reisezeit eignen sich am besten Frühling und Herbst mit mildem, angenehmem Klima. Der Sommer ist heiß und feucht, wohingegen der Winter trocken und sehr kalt – bis zu minus 20 Grad – ist.

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