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Sonne in Sardinien – Eine Reise im Februar

10. April 2009 5.543 Leser 1 Kommentar

Sardinien - Felsformation an der Küste Dieses ewige Grau hing uns zum Hals heraus. Also nichts wie ab in den Süden. Unser Ziel war Sardinien. Wir flogen Ende Februar nach Olbia.

Oh je, wir wurden von Regen begrüßt. Aber unsere Unterkunft La Murichessa – ein Bed and Breakfast-Quartier im Golf von Arzachena – entschädigte erst einmal. Das üppige italienische Abendessen tat sein übriges. Und da war sie: Am nächsten Morgen begrüßte uns die Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Nach einem für Italien untypischen üppigen Frühstück fuhren wir nach Porto Cervo, das „Städtische Zentrum“ der Costa Smeralda. Hier konnten wir nur ahnen, wie es im Sommer zugeht. Wir waren fast alleine und die Läden und Restaurants waren geschlossen. Die reizvolle Fahrt ging bergauf und bergab über mit Macchia bewachsene Felsen und es boten sich immer wieder wunderbare Ausblicke auf die Küste, unterbrochen durch kleine Buchten und Strände die uns öfter zum Verweilen einluden.

Am nächsten Tag ging es zum Capo d’Orso, ein gewaltiges Felskap, benannt nach einem Felsen in der Form eines Bärens. Von hier oben hat man einen der schönsten Rundblicke über die Gallura. Weiter ging es zum Capo Testa, eine bizarre Granitwildnis mit skurrilen Formen. Wir wanderten zum ehemaligen Leuchtturm. Die Vorfreude auf das Abendessen wurde jeden Tag wieder belohnt.

Unser Ziel war der Golfo Aranci. Wir parkten unterhalb vom Capo Figuri und liefen zu einer schönen Bucht mit steiler baumbestandener Abbruchkante, schmalem Kiesstrand und herrlich klarem blauen Wasser. Auf dem Rückweg machten wir Halt in Olbia und bummelten durch die Straßen. Leider war das Museo Archeologico di Olbia noch immer nicht eröffnet. Laut Reiseführer sollte es schon 2004 seine Pforten öffnen.

Auf der Fahrt nach Arzachena trafen wir auf den Nuraghen Albucciu. Riesige Steinblöcke sind aufeinandergeschichtet oder als Wand aufgestellt. Das Innere der Nuraghen war nach außen vollkommen abgeschirmt und nur durch einen durch meterdicke Mauern schmalen Gang zugänglich. Die Nuraghenkultur auf Sardinien entwickelte sich etwa um 1.800 v. Chr. und dauerte bis etwa 300 v. Chr. Sie wurde nach den von ihr errichteten Steintürmen, den Nuraghen, benannt. Es ist immer wieder beeindruckend, wie frühe Kulturen derartig schwere Steinblöcke transportieren und bearbeiten konnten.

Am nächsten Tag ging es nach Tempio Pausania, dem von dichten Korkeichenwäldern umgebenen städtischen Zentrum der Gallura. Wir bummelten über die verschiedenen Piazzas und genossen in den winkligen Granitgassen, ehrwürdigen Bürgerhäusern mit schmiedeeisernen Balkonen und blankgetretenem Pflaster die authentische Atmosphäre einer sardischen Kleinstadt. Auf dem Weg nach Calangianus stapelten sich an der Straße zum Trocknen aufgetürmte Korkrinden. Wir waren im Zentrum der Korkindustrie Sardiniens. Unterwegs besichtigten wir den Nuraghe Majori. Über Aggius ging es zum „Valle di Luna“, eine wild übereinander getürmte Felswüste. Auf der Rückfahrt besichtigten wir ein weiteres Gigantengrab: Tombo die Li Lolghi und ein Gräberfeld aus eigenartigen, rund angeordneten Granitplatten in deren Mitte sich quaderförmige Gräber, so genannte Steinkistengräber befinden: Necropoli Li Muri.

Diesmal ging es in die andere Richtung – über Olbia zur Nordostküste. Wir kamen bis Posada. Die Küste ist hier viel flacher und weit ins Land hinein verbaut. Es gibt zwar keine Hochhäuser, aber die Anzahl der Feriensiedlungen läßt erahnen, was sich hier in der Hochsaison abspielt. Die schönen Strände sind mit Sicherheit hoffnungslos überfüllt. Jetzt außerhalb der Saison wirkte alles recht tot.

Zum Glück hatten wir uns für den letzten Tag einen Ausflug zum Maddalena-Archipel vorgenommen. Wir setzten von Palau mit der Fähre nach La Maddalena über. Nach einem Bummel durch die reizvolle Hafenstadt, umrundeten wir die Insel. Aber noch besser gefiel uns Caprera. Hier kann man Garibaldis Landgut besichtigen. Der Norden bietet fantastische Ausblicke auf das Granitgebirge mit seinen Verwerfungen, während man im Süden wunderbare Strände vorfindet. Der Tag bildete einen vollkommenen Abschluss für unsere Woche Frühling in Sardinien!

Als Mitglied der EU reicht für die Einreise nach Italien ein gültiger Personalausweis. Die zweitgrößte Insel im Mittelmeer nach Sizilien erreichen Sie von Deutschland aus am bequemsten mit dem Flugzeug. Die drei Flughäfen Cagliari, Olbia und Alghero werden von Swiss, Lufthansa, Alitalia, Air France und Austrian Airlines angeflogen.

Zu welcher Saison würden sie eine Reise nach Sardinien bevorzugen?

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1 Kommentar »

  • Julia meint:

    Die Sommerzeit in Sardinien ist einmalig! Da steppt dort richtig der (Tanz-)Bär.

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