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Camagüey – Sehenswerte Altstadt im Süden Kubas

9. April 2009 5.232 Leser 2 Kommentare

Cuba Camagueey Strassenszene Mit seinen knapp 325000 Einwohnern, auf einer Gesamtfläche von ungefähr 1106 km2, gehört Camagüey zu den ältesten Städten auf Kuba. Herrliche grüne Weiden und endlos viele Zuckerrohrplantagen sind ein Markenzeichen dieser prähistorischen Stadt. Seinen Ursprung findet diese Stadt bereits 1514, als Diego Velázquez an der Nordküste nahe dem Hafen Nuevitas, die Siedlung gründete.

Die Küstenlage hatte jedoch eine große Piraterie zur Folge, sodass die gesamte Siedlung gleich zweimal umzog, bis sie dann 1528 ihren festen Platz im Landesinneren fand. Ein weiterer Schicksalsschlag folgte durch den berüchtigten Piraten Henry Morgan, welcher später auch Gouverneur in Jamaika wurde, als dieser die Stadt 1668 nieder brannte. Trotz eines sehr konfusen Straßenplans, der weitere Eroberungen erschweren sollte, griff nach ungefähr 12 Jahren ein weiterer, diesmal ein französischer Pirat, die Stadt an und zerstörte sie weitestgehend.

Erst 1923 erhielt die damalige Stadt Santa Maria del Puerto Príncipe ihren heutigen Namen Camagüey, welche nach einem indianischen Kazikenhäuptling benannt wurde. Bei einem Spaziergang durch das denkmalgeschützte Zentrum fallen dem Besucher die riesigen und vor allem großen, bauchigen Tonkrüge (Tinajos), welche neben den Eingangstüren der Häuser als auch den Patios (Innenhöfe) stehen, sofort ins Auge. Diese Krüge wurden auf Grund des steten Wassermangels dieser Stadt aufgestellt und somit darin das Regenwasser gesammelt. Gleichzeitig entwickelten sich die Krüge zu einem Statussymbol und eine Variante des Wasserfilterns wurde entwickelt, bei dem das gesammelte Regenwasser aus einem Krug über einen porösen Stein, in den darunter stehenden Krug floss.

Hell getünchte Kolonialhäuser, wie beispielsweise auf dem Plaza San Juan de Dios oder die Catedral de Nuestra Senora de la Candelaria, eine Kirche die 1530 errichtet und durch die zahlreichen Kämpfe immer wieder zerstört wurde, gehören zu den vielen Sehenswürdigkeiten, die Camagüey seinen Besuchern zu bieten hat. Ebenfalls zählt das Museo Casa Natal de Ignacio Agramonte, ein Herrenhaus, in dem Agramonte 1841 geboren wurde, zu den heutigen Touristenattraktionen. Auch das Geburtshaus von Nicolás Guillén, dem bekannten Dichter, sowie das Museo Provincial de Historia, die ehemalige spanische Kaserene und das Teatro Principal mit seiner Palmen flankierten Marmortreppe, in dem am Abend das berühmteste Ensemble auf Kuba auftritt, bieten einen weiteren Ort der Attraktion und des Staunens.

Nicht nur in Camagüey, sondern auch in den umliegenden Städten finden sich vielerlei Touristenattraktionen und Sehenswürdigkeiten. Hierzu zählt beispielsweise das 60km nordöstlich gelegene Minas, in dem sich unter anderem eine Geigenfabrik befindet, als auch eine Zuckerfabrik. Das historische Museum mit seinen ausgestopften heimischen Tieren sowie der nahe gelegene Strand Playa Cuatro Vientos, komplettieren einen wunderschönen Aufenthalt in Minas.

Ungefähr 45 Kilometer in Richtung Ciego de Avilla, liegt Florida, welches mit einer Zuckermühle als auch einem Jagdrevier einen Ausflug wert ist. Camagüey, sowie die umliegenden Städte und Dörfer befinden sich im Landesinneren von Kuba und verdeutlichen hier anhand einer vielseitigen Flora und Fauna, wie herrlich und unbelastet die Natur sein kann. Historische Denkmäler eine freundliche Mentalität und das Gefühl von Freiheit, werden trotz der teils extremen Armut der Menschen hier auf eine ganz eigene Art und Weise widergespiegelt.

Ein jeder ist hier willkommen und wird hinein gezogen in den Bann ganz unbeschwert trotz vieler Probleme leben zu können. 

Als EU-Bürger benötigen Sie einen mindestens noch 6 Monate gültigen Reisepass und die sogenannte Touristenkarte. Die Touristenkarten besorgen Sie als Individualreisender am besten vorab beim Kubanischen Konsulat oder über das Reisebüro bzw. beim Serviceschalter von größeren Flughäfen. Sie können mit einem vorläufigen Reisepass einreisen. Bei der Ausreise müssen Sie 25 CUC pro Person zahlen. Kuba erreichen Sie per Flugzeug über die internationalen Flughäfen in Varadero, Havanna, Cayo Coco oder Holguin. Holguin ist der nächst gelegene Flughafen für Camagüey. Holguin erreichen Sie von Deutschland nur mit Zwischenstopps. Flüge werden von Air France, KLM Royal Dutch Airlines, Iberia oder Hahn Air angeboten.

Denken Sie, dass sich der Tourismus in Cuba durch den Regierungswechsel grundlegend ändern wird?

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2 Kommentare »

  • Eva meint:

    Ich bin hin- und hergerissen, ob ein Besuch in Cuba politisch vertretbar ist. Die Bevölkerung leidet unter den Restriktionen, die die politisch Verantwortlichen ihnen eingebrockt haben. Als Tourist unterstützt man nur die Regierung. Die normalen Bürger haben davon gar nichts. Ich würde so gerne nach Cuba fahren, aber ich weiß nicht recht.

  • Jan meint:

    Mit der Lockerung des Embargo für Exil-Kubaner wird sich die Insel sicherlich rasant verändern. Wenn erst die Millionen reingespült werden, wird es sicherlich einen Bauboom geben. Vorher will ich mir unbedingt noch Camaguey, Havanna und Trinidad ansehen!

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