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Mit Campingbus und Baby quer durch Deutschland reisen

13. August 2014 1.021 Leser 0 Kommentare

Für uns war dieses Jahr alles anders. Es stand die erste Reise mit unserem Baby an. Entschieden haben wir uns für einen Sommerurlaub im Camper. Die Geschichte erzählen wir hier.

Los ging es lange vor dem Urlaub. Da wir keinen Campingbus unser Eigen nennen, wollten wir einen mieten. Der ursprüngliche Plan lautete, nach Portugal zu fliegen und dort das Land nördlich von Lissabon zu erkunden. Diesen Plan haben wir wegen doppelter Kosten für Flug und Busmiete schnell verworfen. Danach peilten wir einen Rundtrip durch skandinavische Länder an, was aus logistischen Gründen ebenfalls flach fiel. Nach Italien wollten wir schon lange mal (wieder)! Es kam dann anders, als geplant.

Erster Stop: eine Oase

Campingbus Urlaub: Sächsische Schweiz

Sächsische Schweiz

Als Reisegefährt finden wir einen den Ferrari bei Paulcamper. Der einzige Stellplatz, den wir vorab buchen, ist für die ersten Nächte in der wundervollen Bergoase direkt an der Grenze zu Tschechien und mit Blick auf den Nationalpark Sächsische Schweiz. Dort werden wir am Tag nach der Ankunft mit einem Sturm und Platzregen begrüßt. Wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen und machen zwei tolle Spaziergänge. Der eine führt von Mittelndorf nach Lichtenhain durch Wälder und über Wiesen. Den anderen Tag fahren wir mit der Kirnitzschtalbahn von Bad Schandau durch das Kirnitzschtal bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Von dort machen wir uns auf zum Kuhstall und erklimmen die beeindruckende Himmelsleiter.

Weiter geht’s in den Hain

Campingbus Urlaub: Nationalpark Hainich Baumkronenpfad

Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Vom blitzblanken Campingplatz am Tor zum Hainich mit seiner charismatischen Betreiberin machen wir uns gemächlich auf zum Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich. Angekommen und Abmarsch bereit überrascht uns ein Gewitter mit starken Regenschauern, das wir im Campingbus gemütlich aussitzen. Eine halbe Stunde später betreten wir den „Urwald mitten in Deutschland„. Eine gute Stunde verbringen wir auf dem Baumwipfelpfad mit seinen tollen Ausblicken. Gerne wären wir noch weitere Kilometer über den Baumkronen spaziert, wählen dann mangels Angebot eine Strecke auf dem Boden des schönen Waldes. Uns (pl/j)agen die Mücken auf der kleinen Rundtour. Das Mückenzeug liegt im Bus. Der Wald an sich ist herrlich.

Aus dem Wald an den Edersee in den Wald

Campingbus Urlaub: Nationalpark Kellerwald-Edersee - Seeblick

Blick auf den Edersee

Am Ende einer langen Fahrt stellen wir den Bus auf einem schattigen Platz des Campingplatzes Asel Süd ab. Der Campingplatz gleicht mit Charme aus, was an Ordentlichkeit fehlt. Zwischen See und Zelt-/Stellplätze zwängen sich die Dauercamper, den Eingangsbereich bestimmt das Bauernhofgelände mit dem Empfang. Auf dem Bauernhof laufen 2 Pfauen, eine Herde Ziegen, Hühner und jede Menge Kinder herum. Hier fühlen wir uns richtig wohl. Unseren Aufenthalt krönen wir mit einer kleinen Wanderung durch den Kellerwald und einer Fußball-Weltmeisterschaft. Gerne wären wir im Edersee schwimmen gegangen, hätte es nicht zwischendurch immer wieder geregnet.

Zum Bergvolk in die Eifel

Campingbus-Urlaub Eifel Heimbach Angeln in der Rur

Angeln in der Rur

Auf dem Campingplatz Kohl meint es Seniorchefin Kohl gut mit uns und platziert uns auf dem Präsentierteller zwischen den Dauercampern. Die nehmen uns herzlich in ihrer Mitte auf. Von dort umrunden wir das Staubecken Heimbach und erkunden die Gegend bis zum gleichnamigen Ort. Die Rundtour mit der Rursee-Bahn hätten wir uns sparen können (lies: sollen). Den schönsten Teil der Strecke erlaufen wir uns erneut zu Fuß. Am nächsten Tag kommen wir bei der Abreise am „Wilder Kermeter“ vorbei und entschließen uns spontan, den Wanderweg zu nehmen. Der Naturlehrpfad und der Rundgang begeistern uns. Wir planen in 30 oder 40 Jahren hierher zurückzukehren, um zu sehen, wie sich der recht junge Nationalpark bis dahin entwickelt hat.

Es wird feurig in der Vulkaneifel

Campingbus_Ferrari Der am besten ausgestattete Campingplatz unserer Reise liegt ausnahmsweise nicht an einem Nationalpark. Das Eifel-Camp am Freilingersee glänzt mit Sanitäreinrichtungen auf hochklassigem Hotel-Niveau und vielen Extras, in deren Genuss wir gar nicht kommen. Wir verbringen einen warmen Sommertag am eiskalten Freilingersee. Gelockt durch einen auf dem Campingplatz aufgegriffenen Flyer erkunden wir am darauf folgenden Tag wieder per Pedes die Gegend um Strohn. Dort erforschen wir die Hinterlassenschaften der einstigen Vulkane. Am Parkplatz ist eine sog. Vulkanbombe aufgestellt. Danach verlieren wir uns ständig auf dem Weg, schaffen letztendlich dennoch eine Rundtour durch die ruhige ländliche Gegend.

Kleine Detour in den Schwarzwald

Campingbus-Urlaub Schwarzwald Burgbachwasserfall Unterstand

Unterstand im Schwarzwald

Nach einem kleinen Abstecher nach Straßburg und einem Tagesauflug nach Basel finden wir beim Schwarzwaldcamping Alisehof unseren nächsten Stellplatz.

Der sehr nette Herr Fischer empfiehlt uns den nahegelegenen Burgbachwasserfall für einen Spaziergang.

Dort angekommen sind wir hellauf begeistert. Der Wasserfall selbst und die Flora und Fauna im Wald versprühen Urlaubscharakter.

Qualvoll durchs Schwabenland

Campingbus-Urlaub_Blick-ueber-Schwaebische-Alb Wie befürchtet sind die Straßen durchs Schwabenländle verstopft und die Fahrt nach Essingen zum Campingplatz Hirtenteich zieht sich wie Kaugummi. Dort angekommen werden wir herzlich willkommen geheißen und dürfen uns einen großzügigen Stellplatz aussuchen. Am nächsten Tag entscheiden wir uns für einen Spaziergang durch den angrenzenden Wald. Die Ausschilderung verwirrt uns wieder einmal. Dennoch gelangen wir zum Ziel und erhalten als Lohn einen schönen Ausblick auf den Pfaffensturz und über die Schwäbische Alb.

Campingbus-Urlaub: Schwäbische Alb - Pfaffensturz

Blick auf den Pfaffensturz

Weiterfahrt durchs Altmühltal

Campingbus-Urlaub_Altmuehltal-bei-Essing In früher Kindheit war der Autor im Altmühltal Fossilien suchen und hatte eine große Grube als Erinnerung vor Augen. Gruben haben wir hier und da gesehen, aber dieses Mal begeisterte eher das Grün rund um die Altmühl und den Main-Donau-Kanal. Auf dem günstigsten Campingplatz der Reise, dem schön am Kanal gelegenen Kastlhof bei Essing, plagen uns wieder die Mücken, weshalb wir eine Nacht weniger bleiben als geplant.

Zuvor queren wir noch die ehemals längste Holzbrücke Europs – den Tatzelwurm – und nehmen einen rund vier Kilometer langen Rundweg durch den Wald vorbei an der Waldkapelle. Wir vermissen die Ursprünglichkeit der Nationalparks.

Rückreise Leipzig

Zuletzt stehen noch etliche Kilometer auf dem Plan. Nach Einkehr in Altenburg stoppen wir für eine kleine Besichtigung in Leipzig, bevor wir nach Berlin heimkehren.

Zusammen haben wir über 100 Ländern bereist. Je öfter wir in Deutschland reisen und je mehr wir von diesem Land sehen, desto häufiger denken wir, dass dieses Land eines der schönsten Länder dieser Welt ist. Italien in allen Ehren, besser hätte es nicht sein können. Die Art der Reise war mit Baby ok, fast noch besser wäre sie in der Schwangerschaft (Tipps gibt es hier). Mit Campingbus hat man immer alle Dinge parat, muss keine Koffer oder Taschen packen und schleppen, wenn man die Unterkunft wechselt. Ausnahmslos alle Campingplätze waren idyllisch gelegen, so dass man immer die Natur vor der Nase hatte.

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