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San Marino – Älteste Republik der Welt

23. April 2012 1.056 Leser 0 Kommentare

Europa San Marino Burg cavaliereoscurodelweb@flickr 300x225 San Marino – Älteste Republik der WeltIm Nordosten von Italien liegt San Marino, die älteste Republik der Welt. Der Name des Zwergstaats geht auf den christlichen Bauarbeiter Marinus zurück, der vor der grausamen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian auf den Monte Titano flüchtete. Nach und nach stießen weitere Verfolgte zu Marinus und gründeten eine christliche Kolonie. Als offizielles Gründungsdatum gilt der 3. September 301.

Lage

In Gedenken an den Gründer fanden Verfolgte in San Marino traditionell Aufnahme und Schutz. Zeugen davon sind die drei Burgen La Guaita, Cesta und Il Montale, deren Wehrtürme durch Gänge miteinander verbunden sind. Sie bieten einen großartigen Blick über das ganze Land bis hin zum Meer. Auf dem 756 Meter hohen Monte Titano, dessen drei Gipfel die Landschaft dominieren, befindet sich Città di San Marino, die Hauptstadt des nur 60 Quadratkilometer kleinen Landes, deren Altstadt von mittelalterlichen Stadtmauern umgeben ist. Sowohl der Monte Titano als auch Città di San Marino gehören seit 2008 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Attraktionen

Der 1894 erbaute neugotische Regierungspalast Palazzo Pubblico erstreckt sich entlang der Piazza della Libertà. Die tägliche Wachablösung sowie die zweimal im Jahr zu Ehren der Einführung der neuen Capitani Reggenti stattfindende Militärparade sind beliebte Touristenattraktionen. Am Nationalfeiertag, dem 3. September, zeigen die berühmten “I Balestrieri” ihre Treffsicherheit. Das 1295 gegründete Armbrustschützen-Korps zählt zu den ältesten Militär-Einheiten der Welt. Die Schützen imponieren den Zuschauern alljährlich mit eindrucksvollen Beispielen ihrer Kunstfertigkeit, heutzutage dient das Korps jedoch ausschließlich repräsentativen Zwecken. Von den vielen Museen San Marinos verlangt eines besonders gute Nerven von den Besuchern. Das Foltermuseum zeigt Folterinstrumente und erläutert grausame Folterverfahren, anhand derer Angeklagte zu Geständnissen gezwungen wurden.

Steuervergünstigungen

Wie in allen Mikrostaaten wurden auch in San Marino die vorhanden Ressourcen und Rohstoffe zum Nutzen des Landes eingesetzt. So wurde der im Überfluss vorhandene goldfarbene Sandstein zum Bau von Häusern, Gebäuden und Statuen genutzt. Obwohl San Marino nicht Mitglied der Europäischen Union ist, befindet es sich in einer Währungsunion mit Italien und führte zeitgleich den Euro ein. Neben Monaco und dem Vatikan ist San Marino einer der drei Nicht-EU-Staaten, der über eigene Euromünzen verfügt. Umständliches Tauschen in eine andere Währung ist also nicht notwendig, um in den Genuss der Steuervergünstigungen zu kommen, die das kleine Land bietet. Besucher aus dem Ausland profitieren vom so genannten Tax-Free-System. Bei einem Einkauf von über 270 Euro in einem Geschäft, das an dem Tax-Free-System teilnimmt, werden Kunden 12 bis 16% des ausgewiesenen Kaufpreises erlassen.

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