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Florida – Der südlichste Süden der USA

24. November 2009 2.439 Leser 2 Kommentare

IMG 0007 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USAWir landen pünktlich um 16 Uhr Ortszeit in Miami. Entgegen allen schrecklichen Gerüchten geht die Zoll- und Passabfertigung zügig vonstatten. Zur Mietwagenübernahme geht es mit einem Shuttlebus. Unsere vorher ausgetüftelte Route zum Hotel ist damit leider hinfällig, aber dank guter Straßenausschilderung landen wir ziemlich problemlos vor unserem Hotel “Kent” in Miami Beach in der Collins Avenue.

Wir befinden uns in South Beach im sogenannten Art-Déco-Viertel. Die drei- bis vierstöckigen Häuser sind in den 1930er Jahren entstanden und sollten nach dem 2. Weltkrieg durch viel höhere Neubauten ersetzt werden. Zum Glück regte sich Widerstand und die langsam verfallenden Hotels wurden restauriert, so dass es heute noch etwa 800 Art-Déco-Gebäude gibt.

Parkgebühren müssen hier erfunden worden sein. Auf der Straße werden überall rund um die Uhr Gebühren erhoben, also beschließen wir, den Hotelparkplatz zu nutzen, was immerhin 20 $ kostet. Damit schläft unser Auto bald teurer als wir. Das Zimmer ist schlicht mit zwei dieser Riesenbetten, wo man überlegt, ob man nicht untervermieten sollte. Das Bad ist klein, aber ordentlich und es ist alles sauber. Man glaubt es kaum, sie stehen dem Waldorf Astoria in New York nichts nach, wir haben einen begehbaren Kleiderschrank mit Bügeleisen und Bügelbrett.

Wir gucken kurz beim Strand vorbei, aber es ist schon dunkel. Also suchen wir eine Möglichkeit zum schnellen Essen und landen in einem Pizzaimbiss. Wir erstehen ein gelb und ein orange gefärbtes Getränk und ein Stück fetttriefende Pizza. Na gut, für heute reicht es.

Zurück im Hotel wollen wir an der Freiluftbar etwas trinken, aber das ist nicht so einfach, denn heute ist "all you can drink" angesagt. Wir wollen aber nicht "all", sondern nur "one". Das soll trotzdem 11 $ kosten und so verzichten wir und gehen schlafen.

IMG 00031 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Um 3 Uhr ist die Nacht für mich vorbei. Ich lausche den Geräuschen der Nacht: Klimaanlage, Straßenlärm, Meeres- und Palmenrauschen. Auch wenn die eigene Klimaanlage ausgeschaltet ist, hört man die der Nachbarzimmer.

Als wir am Morgen duschen wollen, läßt sich der Wasserhahn nicht auf Dusche stellen. Der Mann am Empfang zaubert bei unserer Nachfrage mit einem Griff einen Wasserhahn herbei und erklärt uns das Patent. Anscheinend sind wir nicht die einzigen technisch Unbegabten.

Wir frühstücken in Jeremy's Famous Deli Pancake mit Ahornsirup und Toast mit Spiegelei und Tomaten und erleben das in Amerika übliche Kaffee nachschenken, so oft man will.

IMG 00091 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Wir bummeln durch die Straßen, den Ocean Drive mit seinen schönen Art-Déco-Hotels entlang, stärken uns bei Starbucks mit einem Frappucino, gucken zum Strand und beschließen, unsere Badesachen zu holen.

Inzwischen sind ein paar Wolken aufgezogen und es ist recht windig. Ich stürze mich in die Fluten und muss ganz schön kämpfen, um nicht umgeworfen zu werden. Aber es macht Riesenspass.

Am späten Nachmittag gehen wir in das zur Florida International University gehörende Wolfsonian Museum.

Da wir recht müde sind, essen wir im Hotel zu Abend und gehen schlafen.

IMG 0050 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Heute bin ich schon um 2.30 Uhr wach. Ist doch nicht so ohne, dieser Jetlag. Als auch meine Freundin wach wird, beschließen wir, den Sonnenaufgang am Strand zu erleben. Wir holen uns bei Starbucks Kaffee und Scones und setzen uns am Strand in den Sand. Der Horizont ist von Wolken bedeckt, aber die Sonne kämpft sich durch und der Himmel sieht dramatisch schön aus.

Wir wollen in den Biscayne Nationalpark fahren, um von einem Glasbottom Boat die Unterwasserwelt zu bewundern. Die Fahrt zieht sich länger hin als gedacht und leider finden wir den Weg nicht. Bei unseren Nachfragen werden wir ein bisschen hin und her geschickt. Es zeigt sich mal wieder, dass nichts über eine vernünftige Karte geht, die wir leider nicht dabei haben. Ich dachte, die Wegbeschreibung im Reiseführer wäre ausreichend.

IMG 0061 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Wir landen schließlich in Coconut Grove Village, dem Hippie-Treffpunkt der 60er Jahre. In einem sehr netten Hafenrestaurant esse ich einen Salat mit wunderbar dicken Shrimps. Ein Platz zum Träumen und Genießen: das Meer glitzert in der Sonne, die Boote schaukeln im Wasser und der Wind ist recht kräftig, was die Temperaturen erträglich macht.

IMG 0065 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USAWir würden uns gerne noch ein bisschen mehr in Coconut Grove ansehen, aber in 12 Tagen muss man sich einfach beschränken. So fahren wir über den Rickenbacher Causeway, von dem man einen tollen Blick auf die Skyline von Miami hat, nach Key Biscayne, einer Miami vorgelagerten Insel. Wir machen eine kurze Rundfahrt. Es ist alles sehr gepflegt, mit vielfältiger Vegetation, Tennis- und Golfplätzen. Es ist mir fast ein bisschen zu steril.

Auf dem Rückweg legen wir am Nordstrand von Miami Beach eine Pause am Strand ein, der hier schmaler als im Süden und von Hochhäusern gesäumt ist.

Zum Abendessen essen wir ein Müslijoghurt. Plötzlich setzt ein tropischer Regenguss ein und wir werden auf dem Weg ins Hotel pudelnass.

IMG 0090 300x200 Florida   Der südlichste Süden der USA Anscheinend wird Starbucks zu unserem Stammplatz, aber der Kaffee schmeckt hier einfach. Wir frühstücken und wieder erwischt uns ein Regenguss. Jetzt weiß ich auch, warum trotz der Hitze alles so schön grün ist. Gestern haben wir einen richtigen Palmenwald gesehen. Imposant! Überhaupt scheint mir Florida – zumindest der Teil, den wir bisher gesehen haben – das Palmenland schlechthin zu sein. Es gibt zig unterschiedliche Arten.

Über die Autobahn geht es im Regen gen Süden. Als wir bei den Keys ankommen, klart es auf. Hier finden wir das typische Amerikabild, wie man es oft in Filmen sieht: die Tankstellen, die Holzhäuser, die allgegenwärtige Werbung, die Läden, die Eisautomaten und vor allem die sehr nette, aber auch sehr fette Frau von der Tankstelle.

Wo die Inseln nicht bebaut oder nur durch Dämme miteinander verbunden sind, sieht man abwechselnd das türkisfarbene Wasser des Atlantiks oder des Golfs von Mexiko. Manchmal sieht man auch beide gleichzeitig. Palmen, Mangroven, Schilf und Hammocks (Bauminseln) prägen die Landschaft. Wir sehen die ersten Wasservögel.

IMG 0074 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USABei MM 68,5 ist unser Lime Tree Bay Resort, eine schöne Ferienanlage am Golf von Mexiko in Layton. Unser sehr nettes Zimmer ist in einem Holzhaus über eine Außentreppe zu erreichen. Im Garten sind etliche Liegen und Hängematten, es gibt einen Grill, einen kleinen Pool und einen Jacuzzi direkt am Meer. Leider kann man nicht im Meer baden. Es ist zu flach und steinig. Wir machen es uns auf den Liegen bequem, schaukeln in den Hängematten, schauen in den wolkenlosen Himmel und fühlen uns wie im Paradies.

Abends fahren wir auf Empfehlung in das Restaurant “The Islands“, sitzen direkt am Meer, schlürfen Austern, genießen Shrimps und Fisch, alles wunderbar. Satt und zufrieden fahren wir zurück in unser schönes Zimmer.

IMG 0129 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Bin angekommen, heute schlafe ich bis 6 Uhr. Gleich neben unserem Resort ist ein kleines Restaurant, wo wir unser amerikanisches Frühstück Pancake und Eier mit Schinken und Tomate zu uns nehmen.

IMG 0146 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Eigentlich müßte man länger bleiben, aber wir wollen zum Dolphin Research Center auf Grassy Key. Hier werden die Delphine bei der Behandlung von psychisch oder körperlich behinderten Kindern eingesetzt. Auch jeder andere Besucher kann mit den Delphinen schwimmen. Wir beschränken uns auf das Zusehen.

IMG 0154 248x300 Florida   Der südlichste Süden der USA Über die Seven-Miles-Bridge kommen wir zum Bahia Honda State Park. Der Strand gilt als der schönste der gesamten Inselkette. Er wird von Palmen und einem Gehölz tropischer Bäume gesäumt. Wir fahren erst zum Strand rechter Hand.

IMG 01711 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Aber hier ist es sehr voll und wir sind ein bisschen enttäuscht. Also drehen wir noch einmal um und fahren nach links und finden, was wir gesucht haben. Einen naturbelassenen Strand mit wenigen Menschen und toller Brandung. Gerade richtig, um sich gut durchschütteln zu lassen.

IMG 0173 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA In Key West, dem südlichsten Punkt des US-Festlands, finden wir unser Hotel Westwinds Inn in der Eaton Street auf Anhieb. Das Hotel besteht aus mehreren bezaubernden Schindelhäusern aus dem 19. Jahrhundert, die von einem wunderbaren mit Limonenbäumen und vielen anderen Pflanzen bewachsenen Garten umgeben sind.

Im Garten gibt es zwei Pools mit einem kleinen Wasserfall und Nischen zum Sitzen. Hier genießen wir unser Frühstück. Unser Zimmer ist gemütlich.

IMG 0176 225x300 Florida   Der südlichste Süden der USAAm noch sehr warmen Abend laufen wir durch die stillen, schattigen Straßen der Altstadt mit eindrucksvollen Beispielen der für Key West typischen Architektur. Mehrere Häuser sind schon für Halloween geschmückt.

IMG 0181 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Als wir zur Duvalstreet kommen, tobt das Leben. Es gibt viele Geschäfte – T-Shirts über T-Shirts -, aber die Sachen sehen recht billig aus. In Sloppy Joe’s Bar soll sich Hemingway wohlgefühlt haben.

Am Mallory Square versammelt sich ein buntes Völkchen, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Der ist heute nicht sehr spektakulär, denn am Horizont sind Wolken aufgezogen. Ich bin nicht so böse darüber, denn mein Fotoapparat streikt, die Batterien sind alle.

Im “Mangia Mangia” essen wir gut zu Abend und gehen müde in unser Hotel.

IMG 0187 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USAEs ist schon am frühen Morgen richtig heiß. Wir laufen zum Hafen, um an einer Glass Bottom Boat Tour teilzunehmen. Auf einem Katamaran schaukeln wir aufs Meer hinaus. Meiner Freundin wird schlecht. An einem Riff angekommen, stoppt das Boot und es sind tatsächlich ein paar Fische zu sehen, aber maximal drei Sorten. Das Riff erscheint mir tot zu sein, ich sehe kaum Korallen oder wenn, nur abgestorbene. Ich tröste mich mit der geringen Ausbeute in der Hoffnung, dass die noch lebendigen Riffe einfach von den Touristenmassen verschont werden sollen.

Wegen der Hitze holen wir uns in einem Organic Food Laden ein Wrap und Salat und legen am Hotelpool eine Pause ein. Der Garten ist wirklich wunderschön.

Am Abend wollen wir zum Southernmost Point, aber am Ende der Duvalstraße findet eine Veranstaltung für die Aidshilfe statt. Wir staunen über die vielen bunten Vögel und schrägen Typen und hören den Gesangsdarbietungen zu.

Mit einem Fahrradtaxi fahren wir zum Southernmost Point und wieder zurück zur Duvalstreet. Hier tobt wieder das Leben. Es gibt die schrägsten Läden für den Schwulenbedarf, Travestieshows und allerhand lustiges Volk.

Ein riesiger und gehaltvoller Cookie ist unser Abendbrot.

IMG 0226 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Wir wollen endlich unsere Ansichtskarten einstecken und suchen mangels Briefkasten die Post. Am besten man gibt seine Post im Hotel ab, aber das hatten wir versäumt.

Wir fahren die Keys zurück Richtung Everglades und je weiter wir kommen, um so dunkler wird der Himmel.

Trotzdem biegen wir Richtung Flamingo ab, stoppen am Ernest F. Coe Visitor Center um uns zu informieren und fahren weiter zum Royal Palm Visitor Center. Hier startet der Anhinga Trail.

IMG 0227 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Wir laufen ihn entlang und sehen in der Ferne unseren ersten Alligator. Kurz darauf schwimmen zwei Wasserschildkröten dicht unter der Wasseroberfläche an uns vorbei. Am Himmel kreisen Anhingas (Schlangenhalsvogel). Inzwischen ist der Himmel rabenschwarz. Wir werfen noch einen kurzen Blick in den Gumbo Limbo Trail, der sich durch ein Wäldchen tropischer Harthölzer windet und schaffen es gerade noch zum Auto, bevor ein tropischer Regen losbricht.

Auf der Fahrt zum Tamiami Trail kommen wir durch zahllose Baumschulen, Obst- und Gemüseplantagen.

IMG 0245 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Über den Tamiami Trail (US 41), der das Sumpfgebiet der Everglades durchschneidet, geht es bis zum Miccosukee Cultural Center, einem Indianerreservat. Im Restaurant bekommen wir einen riesigen Teller Salat serviert. Der Himmel hat wieder alle Schleusen geöffnet und so bleiben wir noch ein Weilchen sitzen und schauen den gar nicht scheuen braunen und blauen Vögeln zu.

Aber es wird langsam dunkel und so müssen wir weiter. In Everglades City beziehen wir Quartier im Iveyhouse, ein schönes Hotel, bei dem die Zimmer rings um einen Pool angeordnet sind. Der Hotelchef empfiehlt uns einen Ausflug, bei dem wir Alligatoren und weiße Eulen sehen sollen. Wir fahren sofort los, aber es ist leider viel zu dunkel, um noch etwas zu sehen. Wir können nur hören, wie sie sich im Wasser bewegen. Nach den Eulen suchen wir erst gar nicht mehr.

Im Hotel schwimmen wir noch eine Runde im Pool und gehen dann schlafen.

IMG 0252 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Welch ein Glück. Wir gehen noch einmal auf Alligatorensuche und werden diesmal beim HP Williams Roadside Park fündig. Mindestens fünf Alligatoren liegen am Ufer oder schwimmen durch den Fluss. Auch verschiedene Wasservögel lassen sich bewundern.

IMG 0260 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Zufrieden fahren wir zum Shark Valley, leihen uns Fahrräder und radeln Richtung Aussichtsturm. Die Sonne brennt. Es ist Mittagszeit und die Tiere haben sich bei der brütenden Hitze anscheinend zur Ruhe begeben. Bis auf einen Minialligator und ein paar Vögel ist nichts zu sehen. Aber die Landschaft ist phantastisch. Sümpfe mit Seegraswiesen, Seerosen und Hammocks so weit das Auge reicht.

IMG 0259 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USANach knapp zwei Stunden müssen wir zurück, denn um 17 Uhr startet unsere Bootstour ab Chokoloskee durch die Ten Thousands Islands im Golf von Mexiko.

Wir bewundern den Bootsmann, wie er den Weg durch die verwirrend vielen Hammocks findet. Unterwegs treffen wir auf eine Kolonie weißer Pelikane, die aus Sasketchewan hierher zum Überwintern kommen. Auch ein paar Delphine umkreisen unser Boot. Aber sie sind immer nur ganz kurz zu sehen, weil sie sofort wieder abtauchen. Sind eben keine dressierten Tiere.

Die Landschaft ist überwältigend. Die Wurzeln der Mangroven und die vielen anderen Grünpflanzen spiegeln sich im Wasser. Hunderte von Vögeln versammeln sich in den Bäumen zum Schlafen. Langsam geht die Sonne unter und wir erleben einen phantastischen Sonnenuntergang.

IMG 0342 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA IMG 0276 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USAIMG 02881 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA

Zum Tagesabschluss gehen wir in ein typisches amerikanisches Restaurant zum Steakessen. Das können sie wirklich gut.

IMG 0412 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Nach dem Frühstück fahren wir zu einem Trail westlich der US 29, laufen ein Stück an einem See entlang und stehen plötzlich vor einer Kolonie großer schwarzer Vögel, vermutlich Geier. Sie spazieren auf dem Weg entlang, sitzen in den Bäumen und sogar auf einer Palme. Es sind sicher über hundert. Sie gleiten wunderbar durch die Luft und man sieht, dass die Flügel weiße Ränder haben.

IMG 0428 225x300 Florida   Der südlichste Süden der USA Die nächste Station ist der Big Cypress Bend. Dichter Urwald wird über einen Holzsteg durchquert. Grün in allen Schattierungen, die man sich nur vorstellen kann: Zypressen, Mahagoniebäume, Königspalmen, Bromelien, die wie Nester auf den Bäumen sitzen und die Würgefeige, die die alten Baumstämme umschlingt.

Drei graue Squirrel toben vor unseren Augen durch die Bäume. Zwei Vögel können wir noch erspähen. Es knackt und zwitschert zwar überall, aber in dem Dickicht ist nicht mehr zu erkennen.

Zum Schluss werden wir aber noch mit dem Anblick eines dicken Alligators verwöhnt. Dieser Trail gehört zum Big Cypress National Preserve.

Ein Engländer, der in Naples wohnt, erzählt uns, dass es im Januar bis März nur so vor Alligatoren wimmeln soll und auch die übrigen Tiere viel zahlreicher vorkommen. Schließlich gibt es einen Floridapanther und auch einen Bären.

IMG 0418 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Die Everglades sind wunderbar abwechslungsreich. In diesem riesigen Sumpfgebiet gibt es eine Mischung verschiedener Lebensräume, sandige Nadelwäldchen, Feucht- und Trockenprärie und Waldinseln (Hammocks). Ein Drittel des Sumpfes bedecken Zypressen.

In Naples – einer sehr gepflegten und offensichtlich wohlhabenden Stadt – schlemmen wir in einer französischen Konditorei und fahren direkt nach Sanibel Island.

Unser Hotel “Song of the Sea” ist eine freundliche und gepflegte Ferienanlage mit Pool, aber das Beste ist der Strand direkt hinter der Düne. Der Sand ist schneeweiß und sehr fein und von Muscheln gesäumt. Wir stürzen uns ins Meer, was etwas schwierig ist, denn es geht ewig ganz flach hinein. Der ideale Kinderstrand.

Am späten Nachmittag kommen Vogelscharen über das Meer Richtung Insel geflogen.

Sanibel ist eine erfreulich untouristische Insel. Ein großer Teil ist Nationalpark und darf gar nicht bebaut werden, der Rest wurde von Hochhäusern verschont. Nachts ist die Insel mit Rücksicht auf die Tiere recht dunkel. Es gibt keine großen Leuchtreklamen.

IMG 0471 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USAIMG 04641 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USAIMG 0465 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA

Schon um 8 Uhr starten wir zum Dong Darling Nationalpark. Wir wollen endlich viele Tiere sehen. Aber es hält sich in Grenzen. Diesmal ist wohl der Wasserstand zu hoch. Immerhin sehen wir weiße Pelikane auf dem See, die zahlreich vertretenen Ibisse, Schmuckreiher, Kanadareiher und noch einen anderen grauen Vogel.

IMG 04831 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Das Größte sind Fliegende Fische. Sie springen bestimmt einen halben Meter hoch aus dem Wasser und das gleich ein paarmal hintereinander. Ein tolles Schauspiel.

Eine Frau erzählt uns alles über die rote Mangrove, die hier massenweise vorhanden ist. Es gibt auch noch weiße und scharze Mangroven. Krebse sollen in rauhen Mengen auf den Ästen herumkrabbeln. Wir freuen uns schon über die eine, die wir sehen.

IMG 0493 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Im Norden der Insel frühstücken wir in einem Strandhotel. Hier gibt es einen fast meschenleeren Strand, dafür umso mehr Möwen mit gelben Schnäbeln und einer kleinen Haube auf dem Kopf. Auch hier gibt es eine tolle Brandung und wir lassen uns ordentlich durchwirbeln. Und wieder ist es ein Riesenvergnügen. Unsere Muschelsuche bringt nicht mehr, als an “unserem” Strand, jede Menge Muscheln, aber nichts Sensationelles.

Unser Weg führt uns nach Captiva Island, eine viel kleinere Insel mit edlen Häusern und toller Vegetation. Bei Starbucks trinken wir einen Frappucino, ein kaltes Mokkagetränk mit leichtem Pfefferminzgeschmack. Lecker und erfrischend.

Auch an “unserem” Strand ist heute eine starke Brandung. Wir baden und sammeln noch mehr Muscheln.

Im Lazy Flamingo essen wir zu Abend.

Sofort nach dem Aufwachen gehen wir zum Meer, ungewaschen und ohne Frühstück. Wir sind trotzdem nicht die Ersten. Viele Leute bewundern schon den Sonnenaufgang. Ein Moment der Überwindung und schon ist es wunderbar auf oder mit den Wellen zu schaukeln. Bei einem Strandlauf packt uns noch einmal das Muschelsammelfieber.

Dann müssen wir uns trennen und zurück nach Miami. Diesmal fahren wir aus Zeitgründen über die Autobahn (US 75). Rechterhand sind die Mangrovenwälder zu sehen, aber insgesamt ist die Fahrt über den Tamiami Trail (US 41) doch sehr viel schöner.

Unser Hotel Hyatt in Miami Downtown ist nicht ganz so einfach zu finden, aber die durchnummerierten Straßen helfen da schon gut weiter. Das Hotel ist ein riesiges Konferenzhotel direkt am Convention Center. Es hat einen schön beleuchteten Swimminpool, aber der enorme Straßenlärm macht den Aufenthalt am Pool zu keinem echten Vergnügen.

IMG 0503 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Ein Hotelangestellter rät davon ab, zu Fuß am Abend in die Stadt zu gehen, aber das Auto wollen wir heute nicht mehr bewegen. So beschließen wir den Abend mit einem Bad im Pool.

Am Morgen laufen wir über den Bayside Boulevard zum Bayside Marketplace.

Obwohl es noch so früh ist, erschlägt uns die Hitze. Da freut man sich, wenn man in den in der Regel viel zu unterkühlten Shops Unterschlupf und Abkühlung findet. Der Marketplace ist relativ uninteressant, die üblichen touristischen Geschäfte. Bei Walt Disney erstehen wir einen Donald Duck als Reminiszenz an unsere Jugend. Auch Mini sieht zum Knuddeln aus, aber der Koffer ist schon viel zu voll. Im Hafen liegen einige schöne Jachten. Es gibt ein ganz nett eingerichtetes Hardrock Cafe, aber um diese Zeit total leer.

Schatten suchend schleppen wir uns zurück zum Hotel. Hier gibt es einen Ableger von Starbucks, wo wir uns mit einem Cesar salad stärken. Diese Einrichtung wäre bei uns undenkbar, ist aber praktisch und billig.

IMG 0533 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Wir nehmen das Auto und fahren nach Coral Gable. Hier wollte George Merrick sich eine Traumstadt im italienischen und spanischen Stil erschaffen. Hurrikan und Wirtschaftskrise machten ihm einen Strich durch die Rechnung, aber ein paar seiner Ideen wurden realisiert.

Der Coral Way wird von Eichenbäumen gesäumt, unter denen man wie durch einen Tunnel fährt. In der Miracle Mile bewundern wir die Brautkleider in den Brautmodenläden. Weiter geht es durch grüne gepflegte Straßen mit schönen Häusern. In einer Straße haben die Bewohner anscheinend einen Wettbewerb, wer die schönste Halloweendekoration hat. Da gibt es schaurig-schöne Anblicke.

IMG 0560 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Schließlich stehen wir vor dem 1926 fertiggestellten Biltmorehotel.

Ein 96 m hoher Turm ist eine Replik des Turms der Kathedrale von Sevilla. Mächtige Säulen gliedern die Lobby und ein großer Ballsaal lädt zum Tanzen ein. Natürlich gibt es einen Golfplatz. Es ist eine eindrucksvolle und schöne Anlage. Hier sind alle möglichen Prominente abgestiegen und Johnny Weissmüller hat im riesigen Swimmingpool seinen Weltrekord aufgestellt. Es handelt sich um den größten Swimmingpool der USA.

Wir setzen uns an den Rand des Pools und bestellen Smoothies. Es haut uns fast um. In diesem zu den “Leading Hotels of the World” zählenden Häusern, bekommen wir sie doch tatsächlich im Plastikbecher serviert.

IMG 0576 300x225 Florida   Der südlichste Süden der USA Nächster Stopp ist der Venetien Pool, der als das schönste Bad der Welt gilt. Es wurde 1923 aus einem alten Korallensteinbruch gestaltet. Rose Stucktürme, Loggien, venezianische Säulen, eine gepflasterte Brücke, Höhlen und Wasserfälle werden umgeben von klarem Quellwasser.

Jetzt wollen wir auch nur noch ins Wasser, zurück zum Hotel und in den Swimmingpool. Das ist angenehm erfrischend.

Heute abend geht es zurück nach Good Old Europe. Das Wetter dort soll scheußlich sein. Deshalb beschließen wir, noch einmal Sonne am Strand von Miami Beach zu tanken. Es herrscht hier im Gegensatz zu Miami eine entspannte Urlaubsatmosphäre. Der Abschied fällt uns schwer, aber es hilft nichts. Wir holen unsere Koffer und fahren zum Flughafen.

Unsere Reise hat 12 Tage gedauert. Ich bin froh, dass wir uns auf den Süden Floridas beschränkt haben. So konnten wir genug Pausen einlegen, um das Land auch zu genießen. Für die Everglades hätte ich gerne mehr Zeit gehabt, um die verschiedenen Trails zu erkunden und um eine Kanutour zu machen. Na, beim nächsten Mal!

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2 Kommentare »

  • Maria meint:

    So eine wunderschöne Natur! ich meine aber, dass die Hotels am diesen schönen Ort zu viel sind!

  • mambaci meint:

    Du hast leider recht, aber wo gibt es heute noch schöne Plätze ohne zu viele Hotels?

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