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Türkei – im Schnelldurchlauf von Ost nach West

26. Oktober 2009 3.048 Leser 1 Kommentar

Türkei Foto Beim Anflug auf Adana liegt unter uns ein unübersehbares Häusermeer. Minarette ragen wie Spargelstangen in den Himmel. Aber unzählige Hochhäuser machen ihnen Konkurrenz.

Wir fahren vom Flughafen Richtung Süden durch das Hatay, die südlichste Provinz der Türkei. Die Landschaft ist abwechslungsreich und fruchtbar. Es gibt Oliven- und Äpfelbäume, Getreide- und Baumwollfelder.

Wir fahren am Schlachtfeld von Issos (333 bei Issos Keilerei) und an der Industriestadt Iskenderun vorbei.

Unser Ziel Antakya, das einst als Antiochia am Orontes zu den sieben Weltstädten der Antike zählte, erweist sich als freundliche Mulitikultistadt. Hier leben Türken, Araber, Muslime und Christen friedlich nebeneinander.

Unser Hotel“Büyük Antakya Oteli“ liegt am Asi, dem Fluss, der die Stadt in der Mitte teilt. Über eine Fußgängerbrücke erreichen wir den direkt gegenüberliegenden Basar. Wie angenehm, dass es hier nur wenige Touristen gibt.

Wir lassen uns die Spezialität Kagit Kebap schmecken. Es ist eine hiesige Spezialiät, auf hauchdünnem Teig verteiltes Fleisch.IMG_0080

Im Archäologischen Museum erfreuen wir uns an der weltberühmten Sammlung wunderschöner und hervorragend erhaltener Bodenmosaiken. Unsere besondere Beachtung findet ein Steinsarkophag, der ringsum mit Figuren verziert ist, von der jede einzelne ein Kunstwerk darstellt.

IMG_0020Wir besichtigen die St. Petrus Höhlenkirche, die der Papst 1983 als die „erste Kathedrale der Welt“
heilig gesprochen hat. Es handelt sich um eine Grotte, in der sich nicht viel mehr als nackter Fels sowie ein Altar und ein Bischofssitz aus Stein befinden. Petrus und Paulus haben in Antiochia missioniert.

Am Nachmittag besuchen wir die einst bedeutende Hafenstadt Seleucia Pieria. Wir IMG_0037laufen durch den Titus-Tünel, einen Felsenkanal aus flavischer Zeit. Der Fluss wurde umgeleitet, um die Stadt vor Überschwemmungen zu schützen. Nach kurzer Zeit stoßen wir auf eine aus dem Sandsteinfelsen gehauene Nekropole.

Am nächsten Tag geht es zurück über Adana nach Tarsus. Am Paulus-Brunnen soll das Geburtshaus des Apostels gestanden haben. In der Nähe stehen ein paar osmanische Häuser.
In Tarsus sind sich 41 v. Chr. Kleopatra und Mark Anton zum ersten Mal begegnet.
Die Fahrt geht an der stark verbauten Küste nach Silifke/Seleuzia. Über der Stadt thront eine mächtige Zitadelle.

Wir übernachten außerhalb von Silifke im Hotel Altinorfoz, ein typisches Urlauberhotel mit Swimmingpool und Meeresbucht.

IMG_0112Am nächsten Morgen geht es durch das Tal des Salep durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Wir kommen am Denkmal für Friedrich I. Barbarossa vobei, der hier 1190 während des 3. Kreuzzugs in den Fluten ertrank.

In Richtung Norden geht es durch das Taurus-Gebirge nach Konya, auf 1000 m ü.d. M. inmitten der anatolischen Steppe gelegen.
Konya verfügt über eine reiches kulturelles Erbe an Moscheen und Medresen aus seldschukischer Zeit. Wir besichtigen die Selimiye-Moschee, eine klassisch-osmaniche Kuppelmoschee mit offener Vorhalle und zwei Minaretten.
Nebenan befindet sich die Mevlana-Klosteranlage, heute ein Museum. Hier befindet sich der Sarkophag Mevlanas, auf den die „Bruderschaft der Tanzenden Derwische“ zurückgeht.IMG_0124

Leider bleibt uns keine Zeit, um uns die lebhafte Stadt anzusehen. Das Straßenbild ist von vielen jungen Leuten geprägt, kein Wunder, ist doch die Hälfte der türkischen Bevölkerung unter 25 Jahren.

Wir übernachten im Hotel Rixos Konya, ein Hochhaus in einem Neubaugebiet. Auch Konya hat einen enormen Bevölkerungszuzug und so entstehen riesige Trabantenstädte.

Über Yalvaç erreichen wir Antiochia in Pisidien. Als Hauptstadt der römischen Provinz Pisidien erlebte sie im 3. Jh.  ihre Blütezeit.

Paulus und Barnabas besuchten die Stadt auf ihrer Missionsreise. Die Ausgrabungen sind noch voll im Gange. Das besterhaltene Monument ist das römische Bad.

IMG_0182Unser Ziel ist heute Pamukkale dessen von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützte Kalksinterterrassen unterhalb der Nekropole von Hierapolis liegen. Die Nachmittagssonne taucht die Terrassen, die ihre weiße Farbe durch Schutzmaßnahmen wiederbekommen haben, in ein wunderbares Licht, eine Freude für jeden Fotografen.
Auch die antike Stadt Hierapolis sieht in der untergehenden Sonne besonders interessant aus.IMG_0197

Wir übernachten im Colesea Hotel, eines dieser riesigen Hotels, in denen die Touristenströme durchgeschleust werden.

Weiter geht es gen Westen. Auch in Laodicea sind die Ausgrabungsarbeiten in IMG_0291vollem Gange. Die Ausmaße der Ausgrabungsstätte sind beachtlich. Unser Reiseführer prophezeit der Stadt eine ähnliche Zukunft wie Ephesus.

In einer Teppichknüpferei bei Tavas wird uns die Herstellung von Teppichen erklärt und eine große Auswahl an schönen Exemplaren präsentiert.IMG_0329

Durch das große fruchtbare Tal des Mäander-Flusses fahren wir zu unserem nächsten Hotel bei Kusadasi. Die Straße wird von Feigen- und Zitrusplantagen gesäumt.Unser Hotel Surmesi Efes ist riesig, am Meer gelegen mit Innen- und Außenpool.

Der letzte Tag unserer Reise beinhaltet noch einmal zwei Höhepunkte: Milet und Ephesus.
IMG_0387In Milet beeindrucken das Theater und die Faustinathermen.

Für Ephesus mit seiner wunderbar erhaltenen Stadtanlage, der Celsusbibliothek , dem riesigen Theater und vielem mehr müßte man viel mehr Zeit haben, als sich in einer Woche Rundtour unterbringen läßt.IMG_0509

Deshalb ist mein Resümee für die Reise: um die Türkei einfach mal kennenzulernen, ist so eine geführte Tour sicher in Ordnung. Aber meine nächste Reise hierher werde ich sicher individuell planen. Dann muss ich nicht an vielen interessanten Dingen vorbeifahren und kann mir die Zeit nehmen, länger zu bleiben, wo es mir besonders gefällt.

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